Mein Leben in Negombo-Sri Lanka

Oktober 2017

3.10.2017

Nachdem ich Ende September noch schildern konnte, wie es mir im Urlaub so ergangen ist, habe ich immer noch Mühe, mich mit der Tatsache abzufinden, dass ich wieder hier in Sri Lanka bin.
Meine Frau erwartet Dinge von mir, die ich beim besten Willen nicht wirklich machen will und die mir irgendwie gegen den Strich gehen.
Ich hatte so viele Ideen, in den vergangenen 14 Jahren, die ich umsetzen wollte. Leider wurde ich diesbezüglich von meiner Frau NICHT unterstützt, im Gegenteil. Sie wollte zu nichts Hand bieten, sie wollte nicht helfen, wenigstens die eine, oder andere Idee umzusetzen.
Inzwischen bin ich älter geworden und für einige der Ideen, scheint der Zug abgefahren zu sein. Ich bin es müde, immer und immer wieder Vorschläge zu machen und ich habe es satt, immer mehr und mehr meines ersparten Geldes zu verlieren.
Natürlich kann da meine Frau nichts dafür, denn Sie ist nicht verantwortlich dafür, dass wir Auslandschweizer, in der Heimat kein Bankkonto mehr haben dürfen. Wieviel Geld ich durch diesen Entscheid verloren habe, interessiert natürlich weder ein Stände- noch ein Nationalrat und einen Bundesrat schon gar nicht.

Erst seit nun die Auslandschweizer Organisation mobil gemacht hat, kommt Bewegungs in's Geschehen. Es hilft mir nur nicht mehr viel, denn in den vergangenen 10 Jahren, habe ich schon genug abschreiben müssen. So geht es jetzt eher darum, zu retten, was noch zu retten ist. Einen Bankzins von inzwischen 13% nützt bei einer Inflation von gegen 20% recht wenig, wie sich jede(r) Leserin und jeder Leser ausrechnen kann.

Wirklich stabiler ist es hier nicht geworden, was auch die schwankenden Bankzinsen anzeigen.
Die Verursacher der ganzen Misere laufen aber nach wie vor frei herum und das Volk muss bluten.
Als Nächstes werden nun die Energiepreise teurer, was ich aber vor bereits 3 Monaten prophezeit hatte. Hören wollte das natürlich niemand.

Nur so langsam, aber ganz sicher, merken es sogar die Wirtsleute, die eher den Einheimischen das Bier verkaufen. Die Menschen haben immer weniger Geld in der Tassche, um sich ein Bier zu kaufen. Restaurants, die auch Food Take Away verkaufen, sehen sich mit schwindenden Umsätzen konfrontiert.

Die Leute, die mit mir im Hinterland, also weg vom Tourismus, ihr Bier trinken, haben mit der Beach und dieser Gastronomie, natürlich nichts am Hut.
.... und genau diese Gastronomie, die Tourismusgastronomie, wie der ganze Tourismus, ist so ziemlich das Konzeptloseste, was ich in den vergangenen Jahren gesehen habe. Liest man aktuell die Zeitungen, kann man erkennen, wie ratlos die Regierung ist. Wir reden aktuell von rund 2 Millionen Touristen, die jährlich die ganze Insel frequentieren. Natürlich würde es mehr ertragen, nur dafür müsste man sich auf konzeptioneller Ebene einig sein. Da gehören Tourismus Profis ans Werk und es reicht nicht, wenn ein paar Hoteliers das Sagen haben, die selber nicht wissen, wie man mehr Touristen generiert.

Ich habe heute Morgen einen Anruf des British Consil bekommen, dass meine Tochter bis innert 3 Tagen, eine Bestätigung schicken müsse, dass Sie, weil unter 18 jährig, die Erlaubnis hat, nach Colombo zu reisen, um an der Prüfung teilzunehmen.
Wer solche Dinge zu verstehen und zu organisieren hat, braucht sich eigentlich um den ganzen Rest hier eh keine Gedanken mehr zu machen.
Normalerweise hat ein Brief per Post 10 Tage, von Negombo, nach Colombo.Wir werden den Brief nun per Kurier senden müssen, denn sonst wird unsere Tochter nicht zur Prüfung zugelassen.
Ich will aber betonen, dass es NICHT der Fehler des Brithish Council ist, wenn meine Tochter den Brief verschlampt hat.
Ich bin nun gespannt, was der Kurier kostet.

So nebenbei konnte man in der Presse vernehmen, wie schlecht es der nationalen Airline geht und dass nun die frühere Airline, des früheren Presidenten, die die Sri Lankan Airlines direkt konkurrenziert hatte, das Insolvenzverfahren nun auch endlich abgeschlossen worden ist.
Nebenbei wurde noch erwähnt, dass es natürlich äusserst schwierig sei, einen Partner für die nationale Airline zu finden, die mit mehr wie 100 Millionen verschuldet sei, wenn man das Debakel, mit dem grössenwahnsinnigen Kauf von Airbus 350-er Fliegern, Mal vergisst. Nimmt man dieses Theater noch dazu, reichen 600 Millionen nicht !!!

Die Verursacher dieses ganzen Debakels sind die Selben, die auch den Hafen und den Flughafen im Süden gebaut haben. Dabei müsste eigentlich der Nordosten und der Norden, mit Jaffna touristisch erschlossen werden.
9 Jahre, nach Ende des Krieges, hätte man so ganz nebenbei, schon lange den Flugplatz in Jaffna und Trincomalee renovieren und ausbauen können. Thailand bringt die vielen Touristen auch mit Inlandflügen in die verschiedenen Destinationen. Allerdings nicht mit Cinnamon Air und seinen kleinen Turbopropmaschinen, die sie dank Konzeptlosigkeit selten voll kriegen.

... und die geneigten Leserinnen und Leser merken nun natürlich, dass wenn es schon kein Konzept im Tourismus gibt, wie soll es dann ein Konzept für die Airline geben.

9 Jahre sind ungenutzt verstrichen und es gibt nach Statistik erst 2 Millionen Touristen, wenn man alle Umsteiger in die Malediven mitrechnet !

Diese Erfolglosigkeit hat zu Alledem noch sehr viel Geld gekostet, denn diese Grossbauprojekte, die nun nicht genutzt werden, waren alle nicht gratis, haben aber natürlich Provisionen und Vermittlungsgebüren abgeworfen, wie das in 3-Weltländern offenbar gang und gäbe ist. Wer diese Zahlungen eingesackt hat dürfte klar sein. .... und so bereichert sich wer kann, an solchen Projekten. Da die Mitglieder dieses elitären Clubs schon in früheren Zusammensetzungen Mitglied waren, hackt natürlich keine Krähe der anderen ein Auge aus und so deckt Jeder Jeden, was man auch Korruption nennen kann.

..... und die geschätzten Touristinnen und Touristen, merken natürlich nicht, was Ihnen da vorgemacht wird, schon wie zu Tsunamis Zeiten. Dazumal wurden unmittelbar nach dem Tsunami die Baustoffpreise angehoben, damit man sich hier zu Lande, dumm und dämlich an den NGO's und allen freiwilligen Helfern verdienen konnte. Auch da waren es nur Wenige, die richtig abgesahnt haben.

Natürlich sind Ähnlichkeiten, mit dem realen Leben rein zufällig in diese Geschichte geschlüpft. Ich will auf keinen Fall, dass die Zuständigen, möglicherweise noch anfangen zu Denken, denn dafür ist es offenbar eh viel zu heiss hier.