Mein Leben in Negombo-Sri Lanka

Eine kleine Nachtmusik


Vor ein paar Jahren gab es jemanden, nennen wir Ihn Fred, der in Indien ein Projekt aufbauen half.
In dieser Zeit lernte Fred eine bezaubernde Frau kennen, in die er sich spontan verliebte.
Am Indienprojekt hatte er nur teilgenommen, weil es in seiner Ehe, in Europa schon längere Zeit eine Krise nach der andern gab. So wurde seinerzeit eine Trennung vereinbart und anstelle eine eigene Wohnung zu nehmen, machte Fred diesen Trip. So konnte er Kosten sparen und war trotzdem getrennt.
In Telefonaten und diversen Briefen wurde es Fred immer klarer, dass seine Ehe wohl kaum mehr zu retten war.
Nach Europa zurückgekehrt zeigte sich schlussendlich ganz klar, dass dem so war.

Noch in Indien war Fred klar, dass er der Frau nichts versprechen konnte, weil er ja zumindest auf dem Papier, noch gebunden war.
So schlug er vor, dass sobald er alles geklärt habe, seine Tilini zum besseren gegenseitigen kennen lernen nach Europa einladen würde. Die Frau sollte ja auch seine Lebensumstände und sein Land erleben, dies auch eines besseren Verständnisses wegen.
So kam sie dann auch, nach eingehender Beratung mit ihrer Familie.
Sie verlebten eine schöne Zeit zusammen, aber nach 3 Monaten war Schluss, denn das Visa war abgelaufen.
Nach weiteren 3 Monaten kam sie nochmals in die Ferien. In diesen Monaten wurde immer klarer, dass Fred diese Frau später, nach seiner Scheidung heiraten wollte, ansonsten hätte sie ja auch nicht in Europa bleiben können.
Trotzt riesengrossen Kultur- und Mentalitätsunterschieden wurde dann in Europa auf dem Zivilstandsamt geheiratet und im drauffolgenden Sommer fand die 2. Hochzeit in Indien statt.
In dieser Zeit hat ihm Tilini wirklich sehr mitgeholfen, in seiner Firma. Es hat ihr auch gefallen in Europa, nur hatte sie immer Heimweh, was mit 2-maligen Ferien pro Jahr etwas gemildert wurde. Ein gutes Jahr später kam dann auch noch ein kleiner Sonnenschein zur Welt und für Fred war diese kleine neue Familie, wie wenn ein Traum in Erfüllung gegangen wäre.
Für Fred war immer klar, dass er seine Zukunft in Indien verbringen wollte, er hätte sonst auch kaum geheiratet, denn für ihn war klar, dass eine indische Pflanze in Europa verdorren würde. So wurde geackert was das Zeug hielt, um Fred’s Firma schlussendlich zu verkaufen. In der Zeit half Tilini noch stundenweise in der Firma mit, natürlich mit samt dem Baby. Das ging ja auch, weil es eben Fred’s eigene Firma war.
Weitere 3 Jahre verstrichen, bis schlussendlich ein Käufer für die Firma gefunden wurde und der Container gepackt werden konnte.
Schlussendlich war’s dann soweit und es konnte losgehen. Containertüren zu, am Abend noch von Freunden verabschieden und am nächsten Tag auf, Richtung Flugplatz.
Es kam, wie es kommen musste. Zuerst wurde ein Haus gemietet, den kleinen Sonnenschein im Kindergarten eingeschult. Fred lebte sich so ganz langsam, aber immer sicherer in seinem Gastland ein. Natürlich gab es mehr wie genug
Anlaufschwierigkeiten, auch mit Tilinis Familie. Die konnten natürlich mit Fred’s Verhalten und seiner Mentalität nicht so wirklich richtig umgehen.
So hat auch das seine Zeit gedauert, bis sich alles auf ein erträgliches Mass eingependelt hat.
Ja, es war erträglich, aber so richtig glücklich ist Fred nicht geworden, irgendwas fehlte einfach. Fred war sich nicht klar, was es war. So sehr er sich auch anstrengte und sein Hirn zermarterte, er fand es nicht heraus.
Dann kam der Tsunami und Fred half mit, wo er nur konnte. Das lenkte ab und er hatte wieder eine Aufgabe. Als sich auch diese Katastrophe wieder normalisierte und das Leben wieder seinen normalen Gang nehmen konnte, fiel Fred wieder in diese komische Art von Depression. Es half auch nicht, dass er Besuch von Europa erhielt.
Es kam trotz allem nach wie vor keine richtige Freude mehr, wie in Europa, auf.
Vermisste er seine Kumpels, vermisste er sein Land ?
Er dachte sich, wenn die Familie in ein eigenes Haus umziehen würde, änderten sich auch die Lebensumstände und seine Unzufriedenheit.
Fred war ausgelaugt und kaputt vom Tsunami und von seiner Unausgeglichenheit.
Er hat viel gegeben aber seine eigene Batterie war leer. Es ist seelisch kaum was zurück gekommen und Fred war so langsam, aber sicher am verzweifeln.
Was hat er nur falsch gemacht ? War seine Entscheidung nach Indien zu kommen falsch, liebte er seine Tilini wirklich so sehr, wie er es meinte ?
Konnte er mit den Riesenunterschieden zwischen den 2 Kulturen wirklich so gut umgehen, wie er das Mal dachte ? Lag es wirklich nur daran, dass er kein eigenes zu Hause hatte in seinem Gastland hatte? Immerhin ist er ja während all der Jahre mit in die Ferien gereist, um auch seine neue Heimat kennen zu lernen.

So wurde nun ein eigenes Haus gekauft. Das baute Fred liebevoll um, dass es auch seinen europäischen Vorstellungen, im Bezug auf die Technik näher kam.
Es wurden neue Abwassertanks gebaut, das Abwasserproblem somit beseitigt, ein Warmwasser Solarsystem wurde installiert, die Küche umgebaut, eine Partyecke realisiert, damit es wirklich allen Gesichtspunkten von Tilini und Fred entgegenkam.
Glücklich wurde Fred aber auch mit eigenem Haus nicht !

Fred brauchte eine Auszeit, egal wie. So entschloss er sich, alleine für 2 Wochen in die Ferien zu fliegen.

Nun kam ihm der Zufall zu Hilfe, denn ein Kollege von Ihm wollte auch für ein paar Wochen weg und hatte Thailand gebucht......
Diese Idee fand Fred bestechend, denn erstens musste er nicht alleine Reisen, denn er war erst einmal in Bankok und das war doch auch schon einige Jahre her. Zudem hin war dieser Trip auch nicht so teuer, weil’s ja nicht so eine grosse Distanz war.
Die Reise wurde gebucht und ab ging’s.

Fred hatte sich schon früher in verschiedenen Thailandforen „schlau“ gemacht.
So wollte er unbedingt mit einem Mercedes im gelobten Land einfahren.
Nach den Monaten von Verzicht und Entbehrungen, musste das einfach sein.
Da er ja nicht alleine reiste, wurde das Taxi nach Pattaya geteilt und nach etwa 2 stündiger Fahrt erreichten sie das vorreservierte Hotel.
So ein freundlicher Empfang hatte Fred nicht erwartet, irgendwie schien hier alles ehrlicher zu sein, wie er sich das „von zu Hause“ gewohnt war. Sofort hatte er Kontakt und er amüsierte sich schon in den ersten Minuten an der Bar. Auch Joe, sein Freund war natürlich mit dabei. Nach kurzer Anwärmrunde wurde es den zweien dann aber doch zu fade, da sich immer mehr Gäste aufmachten, das Nachtleben geniessen zu gehen.
So schlossen sich Joe und Fred an und wollten voll ins Nachtleben eintauchen.
Fred war dermassen platt über das für ihn wahnsinnige Angebot an Bierbars und Restaurants, selbst eine Gogo-Show fehlte in dieser Gegend nicht.
Einmal die Strasse runter und auf der Gegenseite wieder hoch, um schlussendlich in einer Bar hängen zu bleiben. Natürlich hatten die Beiden sofort Kontakt und schon waren sie von den Mädchen umgarnt.
Toll, dachte sich Fred und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. So was gibt’s doch einfach nicht, natürlich immer Indien im Hinterkopf. Dort nehmen sie die Frauen nachts rein, wenn’s dunkel wird und hier, das absolute Gegenteil.
Es war ein unterhaltsamer und lustiger Abend und schlussendlich zur vorgerückteren Stunde, wurde die ganze Stimmung teilweise so intim, dass sich Fred und Joe immer mehr aufheizten. „Wenn das nur gut geht“, dachte sich Fred. Es lief aber alles so ungezwungen ab, dass sich Fred auch keine Gedanken machte, als ein Mädchen mit ihm mitkommen wollte, dem Joe ging’s genau so.
So machten sich die beiden dann auf den weg ins Hotel, mit den zwei süssen Girls natürlich und Fred war baff, wie das im Hotel von den Angestellten gehandelt wurde.
Keine Diskussion, keine Anmerkungen, einfach nichts. Nachdem sich alle vier noch an zwei, drei Drinks gestärkt hatte, ging’s schlussendlich, noch müde von der Reise, so langsam Richtung Zimmer.
Es lief alles so einfach und normal ab, dass sich Fred eigentlich kein Gewissen machte, denn das schien hier alles normal zu sein. „Sein“ Mädchen war noch ziemlich jung. Irgendwie kamen Fred dann doch gewisse Bedenken, aber schon standen sie im Zimmer, die Klimaanlage summte leise vor sich hin, der TV wurde eingeschaltet und die Minibar untersucht. Beide fanden darin was ihnen zusagte und sie nahmen noch einen Drink.
Was bei Joe ablief, würde Fred ja dann am nächsten Morgen beim Frühstück hören und so machte er sich Richtung Dusche auf. Soll er das Mädchen gleich mitnehmen, oder nicht. Er bot es der kleinen Jenny an, aber Sie zog es vor, alleine zu duschen. Aha, dachte Fred und schickte sie schon Mal vor.
Sie kam aus der Dusche ins Badetuch gehüllt, ganz so, wie es in den Forengeschichten zu lesen war. Fred musste schmunzeln, sagte aber nichts, sondern machte sich auch daran, duschen zu gehen.
Als er wieder ins Zimmer kam, lag seine Begleiterin schön züchtig zugedeckt im Bett und schaute TV, wohl der Dinge harrend, die da kommen würden.
Nach einigen sanften und zärtlichen Annäherungsversuchen seitens von Fred, merkte der nach kurzer Zeit, dass das hübsche kleine Geschöpf wohl noch über sehr wenig Erfahrung verfügte. Zudem hin sprachen die Augen von Jenny Bände. Da Fred der thailändischen Sprache nicht mächtig war und seine kleine Bettgenossin nur wenig Englisch sprach, musste sich Fred auf sein Gefühl und seine Intuition verlassen. Jenny war nicht abweisend, aber irgend was klemmte.
Jenny im Arm dachte Fred noch über den Tag und seine ersten Eindrücke nach und so schliefen die beiden nebeneinander friedlich ein.
Beim Aufwachen lief Fred’s Gehirn bereits auf Hochtouren. Die erste Nacht kein Sex, kann so was wirklich sein ! So was soll’s geben, das hatte Fred auch in den Forenstorys gelesen. Fred hat seiner Jenny ganz verstohlen, noch vor dem Frühstück, den üblichen Liebeslohn unter Ihr Täschchen geschoben, das auf der Spiegelkommode stand. Irgendwie war er für ihn ein Bisschen peinlich und drum wohl diese Verstohlenheit. Es wurde wieder ausgiebig geduscht und danach trafen sich Fred, Jenny, Joe und seine Begleiterin beim Frühstück. Die Mädchen unterhielten sich natürlich sofort in Thai, um die neuesten Erlebnisse auszutauschen und Fred ist da wohl in den Schilderungen ziemlich flach rausgekommen. Das Frühstück war gut und es wurde herzhaft gelacht und die Stimmung war bereits wieder fast als ausgelassen zu bezeichnen.
Nach dem Frühstück haben sich dann Joe und Fred von den zweien verabschiedet und es wurde vereinbart, dass sie wieder in der Bar, wo die zweit arbeiteten, vorbei schauen würden.
Nun bekam Fred so komische Anwandlungen und musste sein Erlebtes unbedingt mit Joe besprechen. Irgendwie war für Fred alles so neu und doch fühlte er sich angesprochen, vom Flair Pattayas, von den Mädchen, von den Bars. Nur irgendwie machte es ihm zu schaffen, dass er offensichtlich im Bett nicht zum Zug kam. Hat er was falsch gemacht, haben ihn unbewusst Gewissensbisse geplagt und blockiert ?
Nach einem tieferen Gespräch „unter Männern“ haben die beiden vereinbart, am Abend wieder zusammen auszugehen. Allerdings wollten sie wohl zuerst mal die Gegend besser erkunden und nicht gleich wieder in der ersten besten Bar hängen bleiben.
So kam der zweite Abend.
So gingen denn die beiden wieder los. Dieses mal machten sie in einer andern Bar halt. Irgendwie kam aber keine Stimmung auf. Joe machte den Vorschlag, doch wieder in die Bar vom Vorabend zu gehen, nur Fred konnte sich für diese Idee nicht so erwärmen, denn noch zu stark waren die Eindrücke, seines Versagens, vom letzten Abend.
Nichts desto trotz schloss er sich Fred der Idee von Joe dann doch noch an.
Fred’s Mädchen vom Vorabend war nicht da ! Glück gehabt ! Immerhin hatte er sein Versprechen vom Vorabend gehalten und war nochmals da. Der Joe amüsierte sich wieder bestens mit seiner Vorabendbekanntschaft und der Fred kam nicht auf Touren.
So haben sich die beiden schlussendlich getrennt und schon mal aufs nächste Frühstück abgemacht.
Eigentlich wollte Fred nun ins Hotel zurück, aber es kam anders. Aus der einen Bar raus und noch mal die Strasse überquert. Jetzt noch einen Schlummertrunk, dachte sich Fred und dann wird es auch für mich, in die Koje zu springen.

Mein Gott, sagte sich Fred, wie soll denn das gehen, so viele Mädchen hatte er wirklich noch nie an einem Platz gesehen. So hatte er auch gewisse Hemmungen
, so ganz alleine, an irgend eine Bar zu gehen, er war schlichtweg überfordert.

So ging’s dann halt zurück ins Hotel.

An der Hotelbar noch einen Drink und ab ging’s in die Federn.

Der nächste Morgen kam und Fred traf sich mit Joe beim Frühstück.
Auch Joe war diese Nacht alleine geblieben. Es wurde erzählt und getratscht, was denn noch so abgelaufen sei in der letzten Nacht.
Den Tag verbrachten beide am Swimming-Pool des Hotels, um am Abend nicht flach rauszukommen. So waren beide wohlgelaunt und machten sich wieder auf den Weg. Nur dieses mal früher wie die Abende zuvor.
Geplant war eigentlich, zusammen zum Nachtessen zu gehen. Fred meinte noch, wegen den Eindrücken des Vorabends, mit all den vielen Mädchen, dass es doch noch lustig wäre mit zwei Mädchen zusammen auszugehen.

So landeten dann beide an einer Bierbar, wo eigentlich noch gar nicht viel lief.
Es war ja auch erst fünf Uhr und das Nachtleben startete erst etwas später.
Sie unterhielten sich mit den Mädchen, Fred spendierte einen Drink und es wurde echt lustig. Die Zeit zerrann und eigentlich wollten doch die beiden zum Nachtessen. Irgendwie ging das aber nicht, denn Joe hatte ein Auge auf eins der Mädchen geworfen und so wurde es zu einer richtigen Party. Allerdings knurrte Fred’s Magen schon bedenklich. Naja, dann nehmen wir halt noch eins, dachte sich Fred und merkte nicht, dass er von einem eher unscheinbaren Mädchen gemustert wurde. Auf einmal stand sie vor ihm und über ein belangloses „you are from“ begann die Konversation. Das Gespräch zog sich weiter und Fred fragte, was die kleine unscheinbare Lady wohl trinken möchte. Sie entschied sich den Vorschriften entsprechend für einen Ladydrink. Das ist so ein undefinierbarer Fruchtsaft, wohl mehr Saft, wie Frucht.
Nach einer Weile plagten dann wohl auch Joe Hungergefühle und die beiden Männer hätten die zwei Mädchen am liebsten mit dabei gehabt.
Natürlich hatte Fred schon alles in den Foren gelesen, er meinte es zumindest.
So wurde man schliesslich handelseinig und Fred kam sich echt ein Bisschen blöd vor, musste er doch diese Bar Ablösesumme zahlen. Nie zuvor war im so was passiert, aber die Chefin der Bar hat die Barfine einfach elegant auf die Rechnung addiert und somit war alles im Grünen Bereich.

So zogen die vier los, mit den Tips und ermunternden Worten der Chefin noch im Ohr.
Man zog in ein Restaurant um , das von verschiedenen Seiten gerühmt wurde.
Nicht nur die deutschen, nein auch die thailändische Speisen sollten hervorragend zubereitet sein.
Schnell zwei Tische zusammengeschoben, dass für das Festdinner auch genügend Platz war.
Die zwei Mädchen bestellten, wie es Fred in den Foren gelesen hatte, Thaiessen und Joe und Fred europäisch.
Es hat hervorragend geschmeckt und die Stimmung war echt gut. Man kam sich näher und das auf eine viel unverfänglichere Art, wie am Abend zuvor in der Bar. Erste tiefere Blickkontakte und ernstere Gesprächsthemen kamen auf und Fred fühlte sich irgendwie ein wenig wie beim Röntgen beim Arzt.
Nachdem das Mahl beendet war, beschlossen die vier, noch ein Wenig auf den Putz zu hauen und kurz entschlossen landeten sie in einem Karaoke Restaurant.
Der Laden an sich war nichts besonderes, aber die Stimmung unter den Gästen schon recht ausgelassen und fröhlich. Sie wurden freundlich aufgefordert Platz zu nehmen und die Mädchen vom Service haben echt die Stühle und den Tisch noch zurecht gerückt, dass wirklich alles stimmte.
Getränke wurden bestellt und schon waren alle in der Gesellschaft eingebunden, die sich hier amüsierte. Schnell das Glas gehoben und angestossen, natürlich auch mit andern Gästen. Es war eine viel natürlichere Stimmung, wie in den Bars.
Nach kurzer Zeit ist auch noch die Eigentümerin an den Tisch bekommen, um alle zu begrüssen und sofort entstand ein wirklich herzlicher Kontakt. Diese Frau betreibt neben diesem Karaoke auch noch einen Shop gleich nebenan.
Fred war sehr angetan von dieser Karaoketechnik. Die Musik wurde von einem Computer erzeugt, der seinerseits über ein Keyboard gesteuert wurde. Die Texte zum Song wurden auf einem Bildschirm dargestellt.
Da sie eigentlich auf dem Vorplatz des Restaurants sassen, hatten natürlich auch die Strassenverkäufer die Möglichkeit, ihre Waren anzubieten.
Vom Moped mit Seitenwagen, worauf ein Grill montiert war, zur Brezelverkäuferin mit ihren ofenfrischen Brezeln, zur Blumenverkäuferin, Bilder konnte man kaufen, echt so was hatte Fred noch nie erlebt.

Inzwischen hat der Musiker, der die Anlage bediente schon einen Wunsch nach dem andern erfüllt, die Gäste hatten dazu nur einen Zettel auszufüllen und das Servicepersonal hat dem Musiker die Zettel mit den Wünschen zu Bühne gebracht.
Ein Gast nach dem andern hat sich das Mikrofon genommen und seine Lieblingsmelodie gesungen. Am Schönsten fand Fred aber, wenn die Thaifrauen ihre Liebeslieder sangen. Es wurde ihm ziemlich warm ums Herz.
Irgendwie spürte man darin eine Sehnsucht, oder war es vielleicht so was wie Heimweh ? Fred konnte die Sprache ja nicht verstehen, aber sein Herz hat irgendwie diese Schwingungen aufgenommen. Fred spürte in dieser Musik auf einmal Gefühle, wo er in Thailand irgendwie nicht vermutet hätte. Die beiden Mädchen merkten wohl, dass da in Fred was ablief, bemerkten es aber mit keinem Wort, oder einer Gefühlsregung.
In der ganzen amüsanten Stimmung wurde Fred immer nachdenklicher. Da war irgend etwas in dieser Thaimusik, das Fred schon immer vermisst hatte und am Suchen war. Es war doch „nur“ Musik, aber sie berührte Fred dermassen, dass er ziemlich aufgewühlt war.
Schnell bestellte er sich noch ein Bier und auch für sein Begleiter und die beiden Mädchen wurden noch die gewünschten Drinks bestellt. Dabei fiel auf, dass beide Mädchen keinen Alkohol tranken, sich aber trotzdem königlich amüsierten und lachten. Fred und Joe waren sich nicht einig darüber, ob die Mädchen einfach am ganzen Anlass ihren Spass hatten, oder ob sich die Mädchen über sie beide amüsierten.

Es kam, wie es kommen musste. Irgendwann hat sich auch Fred’s Mädchen das Mikrofon genommen. Zuvor hat sie sich in eingehender Beratung mit ihrer Freundin darüber geeinigt, welche Songs sie denn aufschreiben sollte.
Da stand sie nun, die kleine unscheinbare Gong, mit einem unglaublichen Gesichtsausdruck und einem Lachen im Gesicht. Fred fielen fast die Augen aus dem Kopf und dachte sich : „ Gibt’s denn so was ?“
Es war ein ruhiges Thailied, das da angestimmt wurde und dann begann Gong mit singen. Ganz einfühlsam und sachte erst und dann brach es durch, in aller Stärke.
Mein Gott was geht hier ab ? Bin ich im falschen Film, träume ich, dachte Fred, was stimmt hier nicht ?
In Fred brach innerlich was auseinander, er wusste nur nicht was es war. Da kam es mit so einer Kraft auf ihn zu, er wurde innerlich praktisch auseinander gerissen.
Dieses kleine unscheinbare Mädchen war doch glattweg im Stande, ihm den Verstand zu rauben.
So etwas gibt es doch nicht, das kann doch gar nicht sein. Wir sind doch hier in Thailand, weit Weg von zu Hause und dich überstellt es so, dachte sich Fred.

Die Musik stimmte ein zweites Lied an und Gong holte zu einem Rundumschlag auf Fred’s Gefühle aus.
Fred träumte wohl. Einen speziellen Traum zwar, aber das musste es sein, er träumte.

Zum Glück kam grad eine Blumenverkäuferin, so war Fred einen Moment abgelenkt. Er kaufte für Gong einen ganzen Strauss Rosen, denn so was war ihm in seinem ganzen Leben noch nie passiert.

Die Ablenkung war aber zu kurz, denn Fred musste sich voll den musikalischen Höhepunkt mitanhören. Ja er musste ! Er wusste bald nicht mehr wie er sich verhalten sollte. Fred der alte Esel kämpfte mit Tränen in den Augen, dermassen ergriffen war er.
Nachem das Stück geendet hatte ging Fred mit dem Rosenstrauss zu „seiner“ Gong nach vorne und übergab ihr den Strauss und mit tränenunterdrückter Stimme brachte er nur ein ganz einfaches „Thank you“ zustande.

Beide standen einander gegenüber und es war schon fast peinlich. Die Sekunden schienen zu Stunden zu werden und Fred sah in Gong’s Augen etwas, was er auch noch nie vorher gesehen hatte.
Es war eine ganze Geschichte, die er da sah. Es waren traurige Momente drin, aber auch hoffnungsvolle Schimmer.
Es waren Augen, wie Bergseen, in die Fred da schaute, tief und unergründlich.

Glücklicherweise hatten die anderen Gäste ein Einsehen und unterbrachen die Szene mit frenetischem Applaus.

So konnte sich Fred wieder setzen. Natürlich um von allen genauestens beobachtet zu werden.
Was aber tat Gong ? Sie legte noch einen drauf, der dritte Song lief an. Wie sich viel später mal rausstellte hat Gong schon in ihrer Kindheit, immer wenn sie traurig und bedrückt war gesungen und das war für sie, wie eine Medizin.
Unglaublich so was.
Das dritte Lied spiegelte so in etwa das Leben eines Mädchens vom Norden, wo die Reisbauern beheimatet sind, wieder.

Da passierte es! Fred wurde innerlich förmlich zerrissen.
Fred schossen die Tränen nun wirklich nicht nur in , sondern aus den Augen.
Er wusste sich nicht mehr anders zu helfen, wie auf zu springen und auf die Strasse raus zu rennen, in der Hoffnung, dass niemand seine Tränen sah.
Fred war der Verzweiflung nahe. Was passierte hier mit ihm ?
Ich glaub, ich fange an zu spinnen, dachte er und wusste echt nicht, wie ihm geschah.
Was ging hier mit ihm ab. Fred war doch ein gestandenes Mannsbild, das in seinem Leben auch schon Einiges erlebt und erfahren hat. Nur so kannte sich Fred noch nicht.
Da bringt ihn doch ein kleines Thaimädchen vom Norden Thailand’s zum Weinen.
Was war es, das er da bekommen hat, was er früher noch nie erlebt, aber immer danach gesucht hatte ?

Nach einiger Zeit hatte sich dann Fred wieder im Griff. Das Stück war zu Ende und Gong sass schon wieder auf ihrem Platz als Fred zurück kam.

Wahrscheinlich können Augen wirklich Bände sprechen !

Fred entschuldigte sich für seine kurze Abwesenheit, die er mit einem plötzlichen Unwohlsein begründete.
Diese Augen, dachte Fred, diese Augen und diese Stimme. Gong hatte tatsächlich eine Stimme, die selbst die Originalkünstlerin in den Schatten stellte.


So sassen die zwei nun nebeneinander und Fred war nicht in der Lage, die Konversation wieder aufleben zu lassen.
Es gaben sich alle Mühe, die Situation zu retten und die bis anhin gute Stimmung wieder aufleben zu lassen.
Auch Joe versuchte es mit aufmunternden Sprüchen, was aber wenig half.
Joe’s Mädchen tuschelte mit Gong, irgendwas war passiert, was auch für Thais nicht unbedingt alltäglich war.

Fred dachte nur : „ Jetzt muss was passieren, sonst ist der Abend gelaufen !“
Nur was sollte er tun. Er verstand ja nicht, was die Mädchen miteinander sprachen und so blieb ihm eigentlich nur, mit Joe darüber zu mutmassen, was jetzt zu tun sei.
Schlimm für Fred war natürlich auch die Tatsache, dass alle den Tisch musterten, wo Joe, Fred und die Mädchen sassen.
Irgendwie peinlich !

So wurde quasi als Rettung in der Not, noch eine Runde bestellt.
Fred bestellte für sich einen Gin Tonic, was eigentlich nicht unbedingt sein Lieblingsdrink war, aber irgendwie tat ihm der Drink gut und nach einem weiteren, schien die Situation auf einmal in einem andern Licht.

So sassen sie weiterhin auf ihren Plätzen, aber in Fred ging eine Veränderung vor. Wurde er nun auf einmal mutig? Halfen ihm die beiden Gin’s ?

Fred spürte, wie er sich langsam erholte und sich seine Gefühlswelt wieder einigermassen sortierte.
Nur, irgendwas stimmte seit Gong gesungen hatte, nicht mehr mit Fred.

Inzwischen sangen wieder die andern Gäste und Fred beruhigte sich mehr und mehr, was wohl auch mit dem Genuss seiner Getränke zusammenhing.

Eins war Fred inzwischen klar geworden. Für Ihn war diese langsame Thaimusik etwas Besonderes. Er, der normalerweise Blues hörte, aber auch andern Musikrichtungen nicht abgeneigt war, ihn berührte diese Thaimusik auf eigenartige Weise.

So griff sich irgendwann auch Kung das Mikrofon. Kung war im Restaurant als Servicemädchen tätig. Sie brachte die Drinks an den Tisch und Fred wäre niemals auf die Idee gekommen, dass auch sie singen würde.
Als sie nun anfing zu singen, tauchte Fred wieder in diese andere Welt ein.
Kung hatte eine ganz andere Stimme wie Gong, aber auch dieser Song, mit dieser Traurigkeit, mit dieser ganz eigenartigen Schwingung, ging Fred unter die Haut.

Nur, es etwas war anders, wenn Gong sang. Man konnte da nicht nur die zum Teil traurige Geschichte vom Land, die auch mit Heimweh durchmischt war hören. Es war mehr, es schwang da noch was ganz anderes mit.
Fred konnte nicht verstehen, was es war.

Die Musik verklang und Fred bedankte sich mit einer tiefen Verneigung.

Diese vermeindliche Attake konnte natürlich Gong nicht auf sich sitzen lassen und so bestellte sie beim Musiker nochmals einen Song !

Der zweite Auftritt von Gong unterschied sich deutlich von ihrem ersten.
Das erste Mal war dieser unglaubliche Gesichtsausdruck und das Lachen, das besonders auffiel.
Nun ging sie ganz still, fast unbeweglich ans Mikrofon, die Musik fing an zu spielen und Gong stand da, verzog kaum eine Miene und ganz sachte fing sie wieder zu singen an.
Wo war das lachende Gesicht geblieben ? Wo war der Schalk in Ihren Augen ? Eine ganz andere Gong stand nun am Mikrofon, total verändert!
Ja, es war ein trauriges Lied was sich auch in Gongs Augen widerspiegelte.
Fred hörte so was wie :“ at kaou hat lang “, was er allerdings nicht verstand, aber es bohrte sich in sein Herz, wie ein Dolch.

Mittlerweilen waren sogar Leute auf der Strasse stehen geblieben und haben Gong und Ihrer Musik zugehört. Im Restaurant sassen alle wie gebannt da und hörten Gongs Stimme.

Nur, irgendwas war anders, wie beim ersten Auftritt. Dieser Song war herzergreifend und Fred vergass einfach alles, was er schon erlebt und gesehen hat. Er sass da, inmitten der Menschen, aber er schien trotzdem nicht mehr da zu sein, er war wie weggetreten. Es schien ihm, wie wenn er an einen fernen Ort entrückt worden wäre. Sein Körper war noch da, aber seine Seele schien an einem andern Ort zu sein.

Auch dieses Lied ging zu Ende, aber im Unterschied zu vorher, blieben die Gäste still sitzen. Kein Applaus, betroffene Stille !
Gong bedankte sich fürs Zuhören mit einem Wai und erst da erwachten alle. Das ganze Restaurant applaudierte, die Leute auf der Strasse klatschten in ihre Hände, ein riesengrosses Bravo ertönte und alle verlangten eine Zugabe.

Fred war wie betäubt. Er wusste, es waren sicher nicht die zwei Gin Tonic, es war was ganz anderes.
Das, was Fred da erlebte, ging an seine Substanz. Es tat ihm körperlich weh. Der dumpfe Schmerz in seinem Brustkorb wurde immer stärker.

Gong schaute Fred nur ganz kurz in die Augen und Fred meinte in Gongs Augen so was wie ein „entschuldige“ zu sehen.

Auf das Drängen der Gäste hin, besprach Gong mit dem Musiker einen nächsten Song, mit einem kleinen Seitenblick, der auf Fred gerichtet war.

So stand Gong wieder vor dem Publikum und etwas Unglaubliches geschah.
Sie hatte wieder diesen ersten Ausdruck mit ihrem unverkennbaren Lachen und dem Schalk im Gesicht.

Von einer Minute zur nächsten, einfach unglaublich. Das Lied, das sie anstimmte tönte auch wesentlich fröhlicher und aufgeräumter. Fred hätte viel darum gegeben, hätte er die thailändische Sprache verstehen können.
Fred war aufgewühlt, was sollte denn der Song vorher sagen ? Diese traurige und melancholische Melodie und diese Augen ?
Im jetzigen Song war Gong wieder lustig und aufgelöst und sie hatte wieder diese Ausstrahlung wie beim ersten Auftritt.

„ At kaou hat lang „.... der Dolch sass immer noch in Fred’s Brust. Wie aber konnte Gong so schnell und radikal umstellen. Von einer Minute zur nächsten einfach von traurig zu aufgestellt und lustig umschalten.

Fred konnte das nicht, er sass da, wie ein begossener Pudel. Für ihn war eins klar geworden, wenn dieses kleine Thaimädchen mit seinen Gefühlen spielte, tat sie das mit grösster Meisterschaft und sie hat auch rausgefunden, wo Fred’s wunder Punkt war.
Noch nie in seinem Leben war Fred so ratlos gewesen. Joe uns seine Begleiterin merkten zwar, dass in Fred was ablief, aber sie liessen ihn in Ruhe.
Bei jeder neuen Strophe schien es Fred, dass er mehr und mehr mit Gong zusammenschmolz.
Was für ein verrückter Abend. Erst vor Kurzem kennen gelernt, dann das Nachtessen und nun diese Karussellfahrt der Gefühle.

Das war für den rational und logisch denkenden Fred fast zu viel. Da ging was ab, was er noch nicht kannte.

Freunde, die er auch von früher kannte, mit eingeschlossen Joe, der am selben Tisch sass, haben ihn vorgewarnt. „ Verliebe Dich ja nicht in ein Thaimädchen, denn das könnte bös ins Auge gehen! „

Fred war doch auch in seine indische Frau Tilini verliebt, oder vielleicht doch nicht so, wie es hätte sein müssen. Fred war hin und her gerissen. Hat er sich womöglich in dieses kleine Thaimädchen verliebt? „ Das geht doch gar nicht, an nur einem Abend“, dachte sich Fred. Irgendwie stimmte das Tempo nicht. Es ging für Fred alles zu schnell.

Da war wieder Gongs Stimme und diese Augen und Fred konnte sich diesen Dolch, der tief in ihm sass, einfach nicht rausziehen.
„ At kaou hat lang !“


Langsam ging der Abend zu Ende und Joe und Fred bezahlten die Rechnung.
Sie machten 50/50, denn so ging’s am Einfachsten.

Fred wäre liebend gerne noch mit Gong etwas zusammen geblieben, aber wie konnte er das Jo und seiner Begleiterin klar machen ?
So wollte Fred die kleine Gong aber nicht einfach ins Hotelzimmer abschleppen, dafür war er zu aufgewühlt. Zu viel ging in ihm vor und dieser Druck auf der Brust liess einfach auch nicht nach.
Irgendwas war mit Fred geschehen und darüber, was es war, musste er sich selbst zuerst klar werden.
So beredete sich Fred kurz mit Joe. Joe wäre eigentlich noch dafür zu haben gewesen, sein Mädchen ins Hotel mit zu nehmen, aber für Fred ging’s halt eben zu schnell.
So haben sich die beiden Männern bei den Mädchen für den schönen Abend bedankt und es wurde vereinbart, dass sie sich morgen wieder an der Bar treffen wollten.
Alle vier standen auf und sie spazierten langsam in Richtung Hotel, wo die beiden Männer wohnten. Da dies in der Näher der Hauptstrasse lag, die durchs Ort führte, war es kein Problem, für die zwei Mädchen ein Taxi an zu halten.
So verabschiedeten sich alle voneinander und die Mädchen bestiegen ihr Taxi, wohl zweifelnd, dass es zu einem erneuten Treffen kommen würde.

Joe und Fred visierten ihr Hotel an und Fred stellte die leicht erstaunten Blicke des diensttuenden Personals fest, dass sie alleine zurück kamen.
Joe und Fred genehmigten sich noch einen Drink an der Bar und diskutierten über den Abend. Für Joe war klar, Fred musste sich wohl verliebt haben.

Für Fred stand einfach die Musik im Vordergrund und er mochte schon gar nicht dran glauben, sich verliebt zu haben.
Warum hatte er Gong nicht einfach mit aufs Zimmer mit genommen ?

Ja, Gong war ein Mädchen von der Bar, aber irgendwie war sie für Fred viel mehr, wie einfach ein käufliches Mädchen. Für Fred gerieten Welten durcheinander. Er hätte Gong sicher mit nehmen können, aber etwas sperrte sich in ihm dagegen.
Was war er nur für ein Idiot. Der erste Abend nichts gelaufen, am zweiten nichts und nun nur noch Ratlosigkeit für Fred.

Verflixt nochmals, diese Musik, das Verhalten von Gong, diese Blicke, dieses Lachen, die traurigen Augenblicke, der ganze Abend, die Stimmung, in Fred drehte es sich nur noch.

Fred musste ins Bett, er brauchte Ruhe. Er erklärte dies Joe und verabschiedete sich in Richtung Zimmer. Bis Morgen, beim Frühstück, wurde noch vereinbart.
Als Fred im Zimmer ankam, nahm er erst mal ne Dusche, um sich nachher ins Bett zu legen. Alles drehte sich in seinem Kopf und er konnte nicht einschlafen. So stand er wieder auf um eine Tablette zu nehmen, in der Hoffnung, dass er nun einigermassen schlafen könne.
Die Tablette tat ihre Wirkung und Fred schlief tief und fest durch, bis am nächsten Morgen. Nach dem Duschen traf er Joe beim Frühstück.

Joe fragte Fred, was denn gestern mit ihm los gewesen sei und Fred berichtete Joe, was in ihm so abgelaufen ist, berichtete von seinen Eindrücken und Ueberlegungen.
Kumpel, Dich hat’s erwischt, meinte Joe und zwar bös. Sei bloss vorsichtig, dass es nicht noch schlimmer wird. So wurde nun besprochen, wie denn der neue Tag anzugehen sei und sie beschlossen, an die berühmte Strasse ein Bisschen bummeln z gehen, vielleicht auch noch in ein Shopping Center zu gehen. Sie wollten auch mal die berühmte Beach besuchen.
Gesagt, getan und los ging’s.
Als sie an der Strasse an kamen schlenderten sie rauf und runter, um mal zu sehen, was das Nachtleben hier so bieten könnte. Fred entdecke ein Restaurant, das ihm zusagte denn dort gab’s sein Lieblingsessen. Im Weiteren fanden sie Musikbars und auch Livemusiksows.

So war man eigentlich fast unausgesprochen der selben Meinung, diesen Abend wollten sie mal an diese Strasse runter und dieses Nachtleben hier mal voll reinziehen. Bei einem Bier in einem klimatisierten Shopingcenter kamen sie natürlich wieder auf die zwei Mädchen vom Vorabend zu sprechen. Joe meinte, dass sie unbelastet an diesen Abend rangehen sollten, vielleicht würde ja auch Fred auf andere Gedanken kommen.
Fred spürte aber ein gewisses Unbehagen bei dieser Ueberlegung, denn er merkte, dass er Gong unbedingt wieder sehen wollte. Joe meinte, wir können ja unser erstes Bierchen des Abends dort trinken gehen, aber nachher gehen wir Mal allein auf die Piste. Joe der mit bekommen hat, dass es den Fred wohl voll erwischt hatte, versuchte ihn wirklich auf andere Gedanken zu bringen. Eigentlich war Fred ja auch froh darüber, nur der Dolch sass, der ihm da verpasst worden ist.
So fuhren die beiden ins Hotel zurück, um noch ein Bisschen zu relaxen und sich für den Abend frisch zu machen.

Es war wieder um die fünf Uhr und die beiden Männer schlenderten gemütlich Richtung Beerbar.

Ein grosses Hallo der Mädchen begrüssten die beiden Kumpels, nur Gong fehlte. Joe’s Mädchen war da, aber wo blieb Gong ? Fred getraute sich nicht zu fragen, aber die Chefin der Bar bemerkte wohl Fred’s suchenden Blicke und beruhigte ihn, dass Gong nur auf der Toilette sei.
Fred war wohl die Erleichterung anzusehen, denn die Chefin lachte verschmitzt.
Joe bestellte schon mal, auch einen Drink für sein Mädchen und für die Barchefin. Fred wartete mit bestellen, bis Gong kommen würde.
Endlich war sie da. Die kurze Wartezeit war für Fred eine Ewigkeit.
Fred und Gong begrüssten sich und Fred schaute wohl ein Bisschen zu lange in Gong’s Augen. Da war es wieder, die Mischung aus Heiterkeit, Traurigkeit, Ferne. Jetzt fehlt nur noch die Musik, dachte Fred und du hebst wieder ab.
Fred und Gong bestellten ein Getränk und Gong setzte sich neben Fred.
Verdammt Fred, jetzt nur nicht durchdrehen. Es war, wie wenn sich die beiden eine schon Ewigkeit kennen würden. Fred fühlte sich in Gegenwart von Gong wie ausgewechselt. Es ging wieder los, mit seinem Karussell der Gefühle.

Wenn Joe nun gesagt hätte, dass sie nun wie abgemacht gehen würden, wär’s vielleicht noch Zeit gewesen, aber Joe amüsierte sich königlich und das Gelächter an der Bar schwoll an. So hatte Fred natürlich Gelegenheit, sich mit Gong näher zu unterhalten und Gong erzählte Fred, warum sie an dieser Bar gelandet ist und warum sie an einer Beerbar arbeitete. Für Fred war diese Geschichte unglaublich und sie sollte irgendwann auch noch Folgen haben.
Seine kleine Gong arbeitete, wenn man dem überhaupt arbeiten sagen konnte nur hier, um ihre Familie im Norden Thailands zu unterstützen. Eine Freundin ,die auch hier arbeitete, hätte sie dazu überredet.
So fragte Fred so ganz nebenbei, was sie denn jeweils für ihre Dienste verlangen würde. Der Tarif war klar und es wurde auch klar zwischen „longtime“ und „shorttime“ unterschieden.
Aha, dachte Fred, also das wäre nun mal geklärt und das in einer Selbstverständlichkeit, die Fred verblüffte. So bestellten sie alle nochmals einen Drink und die Zeit verging wie im Flug.
Fred sagte so zwischendurch mal zu Joe, dass er doch lieber mit Gong zusammen den Abend verbringen würde. Joe schaute ihn nur an und meinte, Du musst selber wissen, was du machst. Fred machte nun Nägel mit Köpfen !

„Wie siehst Du es mit Nachtessen“, fragte er Joe. Der meinte auch, dass es nun langsam Zeit wäre. Sie beschlossen aber eine Programmänderung und gingen nicht wie vorgesehen, an die berühmte Strasse, sondern man beratschlagte mit den Mädchen, wohin sie nun essen gehen wollten.
Fred fragte Gong, ob sie auch hungrig sei und ob sie zusammen essen gehen wollten ?
Gong fragte Fred :“ You like to go out with me again ?“ “If you Like”, entgegnete Fred,” I’m very happy, if you like to come with us.” Die beiden Mädchen besprachen die Situation und alle waren sich einig.

So wurde an der Bar bezahlt, wie immer natürlich mit Ablösesumme und es ging los. Da es ihnen schon am Vorabend im besuchten Restaurant sehr gefallen hat und auch das Essen sowohl für Thais, wie aber auch Europäer sehr gut war, entschlossen sie sich, wieder da hin zu gehen.

Sie tafelten ausgiebig und es herrschte eine gute Stimmung. Die beiden Mädchen und die zwei Männer fühlten sich so, wie alte Freunde, die sich schon lange kannten. Es wurde gescherzt und auch gealbert, es war anders wie gestern, dachte Fred, irgendwie vertrauter.

Irgendwann kamen Fred Bedenken. Das Speiselokal war nur unweit vom gestern besuchten Karaoke Restaurant entfernt. Fred wusste nicht, ob er nochmals so einen Abend überleben würde, falls sich die andern entschliessen sollten, da auch noch rein zu schauen.

Fred und Joe bezahlten nach dem Essen die Rechnung und es kam genau so, wie Fred befürchtet hatte. Es ging wieder zum Singen in die Karaoke !

Auch hier angekommen, wurden die vier mit grossem Hallo und sehr freundlich empfangen. Sie schienen hier gern gesehen zu sein. Dies lag aber wohl an Gongs Gesangskünsten, denn sie war im Stande, das Restaurant mit ihren Songs zu füllen. Es war auch dieses mal wieder so, dass sich schon nach wenigen Minuten kaum mehr ein Sitzplatz fand, als Gong zu Mikrofon griff.

Es ist müssig, wieder über Fred’s Gemütszustand zu reden, denn der glich schlagartig dem gestrigen. Was machte dieses Mädchen nur mit seinen Gefühlen?
Wieder kam die Rosenverkäuferin, wieder tönte aus den Lautsprechern „at kaou hat lang“ und nun ging Fred in die Offensive.
Er kaufte wieder einen Rosenstrauss setzte sich hin, bis der letzte Ton verklungen war und dann fasste sich Fred ein Herz und nahm seinen ganzen Mut zusammen.
Er ging wieder mit dem Strauss nach vorne zu Gong, nur diesmal sagte gar nichts mehr, seine Kehle war trocken und was gab es da noch zu sagen ?
Er übergab Gong die Blumen und umarmte sie einfach. Er sah in Ihre Augen und als er wieder in diese tiefen Bergseen schaute, musste er sie einfach küssen.

Es ging wieder stürmischer Applaus los und die zwei setzten sich nebeneinander zu Joe und seine Begleiterin Yin an den Tisch. Joe sagte kein Wort mehr, keine ermahnenden Worte, er hatte wohl endgültig begriffen, dass es um Fred geschehen war.

Fred sagte auch kein Wort mehr, nahm vielmehr Gongs Hand und schaute ihr nur noch in die Augen. Was er darin sah überwältigte ihn, dass er einen Moment brauchte, um sich wieder zu sammeln.
Inzwischen sangen wieder andere Gäste und Fred fragte Gong, ob sie mit im ein paar Schritte spazieren gehen wolle. Sie wollte.
Fred informierte Joe, dass sie in ein paar Minuten wieder zurück sein würden und sie gingen hinaus auf die Strasse.
So gingen sie Richtung Beach, die Strasse runter und Fred fasste sich ein Herz.
Er versuchte Gong zu erklären, was er fühlte. Dies war ein schwieriges Unterfangen, denn Fred sprach ja kein Thai und Gong nur ganz wenig Englisch.
Aber Augen können ja Bände sprechen und dies international.
Gong schaute Fred unentwegt in die Augen, Fred nahm sie an beiden Händen und sagte ganz leise : „ Gong, i think, i love you. „
Ich kann nichts dagegen machen, es ist wohl so. Bitte verzeihe mir.
Gong schaute Fred immer noch in die Augen und ihre Antwort war nur ganz kurz : „ i you also.“
Fred wurde schwindlig, darf das wirklich so sein ?
Er nahm Gong fest in seine Arme und drückte sie und für einen Moment verschwand alles rund um sie. Die Welt schien nicht mehr zu existieren. Nur sie zwei waren noch da.
Fred konnte nicht anders, er musste Gong einfach wieder und wieder küssen, auf die Stirn und Mund, am Liebsten hätte er sie überall geküsst. Sie mussten aufhören, die Leute schauten schon !
So gingen sie Hand in Hand langsam zurück zur Karaoke, wo Yin und Joe schon erwartungsvoll warteten.
Es hat sich jede Erklärung erübrigt, man sah es den beiden an, dass es zwischen ihnen mehr wie gefunkt hat.
Gong erzählte Yin wohl kurz was vorgefallen war und Yin fing an, in echter Freude zu strahlen. Sie gönnte es ihrer Freundin echt.

So schrieb Gong wieder einen Wunsch auf einen Zettel, der dem Musiker gebracht wurde und nach kurzer Zeit stand Gong wieder am Mikrofon.
Das Lied, das nun kam, übertraf alles, was Fred jemals in seinem Leben zu hören bekommen hat. „At kaou hat lang“ war kalter Kaffee dagegen.
Dies musste wohl wirklich ein Liebeslied sein, dachte Fred und war wieder den Tränen nahe.
Jetzt war sich Fred sicher, das was er da hörte war Liebe und Sehnsucht.

Als Gong geendet hatte, kam sie ganz ruhig, natürlich unter Applaus, wieder zum Tisch zurück. Das war nun die Retourkutsche. Danke Gong.... danke !!!
Fred’s Herz ging auf, wie eine Blume, der Druck auf seiner Brust war weg, der Dolch entfernt. Wie war das nur möglich. Jetzt war sie seine Gong !

Sie blieben noch eine Weile, aber irgendwie wollte Fred und Gong nun alleine sein. So bezahlte Fred die Rechnung und die beiden verabschiedeten sich.
Die Wirtin und die Gäste fanden es schade, dass sie schon gingen, aber da und dort erschien ein verschmitztes Lächeln auf den Gesichtern.
Sie gingen wieder auf die Strasse, nur dieses mal in Richtung des Hotels.
Beim Hotel angekommen ging Gong wie selbstverständlich auf den Eingang zu.
Sie genehmigten sich an der Bar noch einen Drink und Gong checkte mit ihrer ID Karte bei der Rezeption ein. Fred war platt. Dies hatte er nun nicht erwartet.
Die Rezeptionistin machte eine Fotokopie vom Ausweis und das war’s dann schon.
So sassen sie noch eine Weile an der Bar und Gong unterhielt sich in Thai mit den Barmädchen.
Gong ergriff nun die Initiative, denn sie meinte, dass sie nun müde wäre.
 


Fred wurde ein Bisschen mulmig, wenn er daran dachte, was nun kommen würde, aber irgendwie knisterte es dermassen zwischen ihm und Gong, dass er einfach versuchte ab zu schalten und nur das Knistern zu geniessen.
So bezahlte Fred, was er immer gleicht tat, denn er wollte nicht irgendwann über eine hohe Hotelrechnung erschrecken, die er im Nachhinein nicht mehr nachvollziehen konnte.

So verabschiedeten sich die beiden von den Ladys an der Bar und holten den Zimmerschlüssel an der Reception.
Beim Zimmer angekommen, schloss Fred die Türe auf und bat Gong ins Zimmer. Sie musterte alles ziemlich genau und war über den TV und die Minibar sehr erfreut.
Fred hatte da so eine Idee, irgendwie konnte er jetzt nicht einfach unter die Dusche springen und anschliessend wie auf Kommando Sex mit Gong haben.

Er hatte oben an der Strassenecke einen kleinen Grill gesehen, wo man Fleischspiesschen kaufen konnte. Das wäre doch noch was, zu vorgerückten Stunde, dachte sich Fred und fragte Gong, ob sie auch Lust darauf hätte, oder lieber was anderes essen würde.
Ein Bisschen Hunger hätte sie schon meinte Gong, aber sie war sich nicht sicher, ob sie diese Spiesschen mochte.
So machten beide wieder rechtsum kehrt, an den erstaunten Barbesuchern vorbei, raus auf die Strasse. Der Grill war mit ein paar Schritten erreicht und nun suchten sich beide aus, auf was sie Lust hatten. Bei Gong war’s was mit Fisch und bei Fred waren’s Schweinespiesschen mit Gemüse.
Mit diesen Leckereien machten sie sich wieder auf den Rückweg.
Was hältst Du davon, wenn wir noch schwimmen gehen, fragte Fred nun Gong ?
It’s up to you, aber sie hätte keinen Badeanzug dabei, sie würde halt in Unterwäsche mitkommen. Die könne sie ja nachher zu Trocknen raushängen.

Im Zimmer angekommen, legten die Verpflegung erst mal auf die Seite und machten sich bereit für den Swimming Pool.
Fred zog sich seine Badehose an und Gong zog sich eigentlich nur aus, bis auf ihren bezaubernden Büstenhalter und den dazupassenden schwarzen Slip, der noch golden verziert war. Beide bewaffneten sich mit einem Handtuch und raus ging’s an den Pool. Zuerst wurde natürlich ausgiebig geduscht und dabei wurde es immer lustiger. Obwohl beide ja schon nass waren, spritzen sie sich noch gegenseitig an und es wurde gekichert und gelacht.
Dabei entging Fred natürlich Gongs zierliche und knackige Figur nicht.
Schon angezogen hatte Fred da so seine Vorstellungen, aber was er nun sah, übertrafen alle seine Vorstellungen.
Gong traute sich nicht so ganz und Fred sprang mit einem Kopfsprung ins wasser. Ah, war das herrlich, so mitten in der Nacht. Ab 20.00 Uhr war das Schwimmen nur auf eigene Gefahr erlaubt und man bat die Gäste sich in angemessener Lautstärke zu verhalten. Der Nachtwächter hatte natürlich ein wachsames Auge auf sie.
Fred schwamm auf Gong zu, die immer noch auf den Treppenstufen am Bassinrand stand. Macht sie nun auf Wasserscheu, dachte Fred, oder was soll denn das ?
Es stellte sich raus, dass Gong, obwohl am Mekong River aufgewachsen, einfach nicht schwimmen konnte.
Nachdem Fred ihr aber sagte, dass er ja bei ihr sei und zudem hin über einen Ausweis als Rettungsschwimmer verfüge, traute sich auch Gong ins Wasser. Es wurde geplantscht und Gong machte ihre ersten Schwimmversuche. Dabei half ihr Fred natürlich, in dem er sie ganz sachte mit der flachen Hand unter ihrem
Bäuchlein stützte. Ja, Bauch konnte man dem ja wirklich nicht sagen, es war eben halt ein schönes flaches Bäuchlein.
Fred wurde es bei diesen Schwimmübungen irgendwie anders und in seiner Badehose regte sich was. Hoppla, dachte Fred, das geht ja schon richtig ab.
Sie führten natürlich die Schwimmübungen noch ein Bisschen fort und es wurde ziemlich gealbert. So kamen sich die Beiden auch endlich körperlich näher. Beim gemeinsamen Schwimmen kann’s ja durchaus passieren, dass es über reines Händchenhalten hinaus geht.
So beschlossen die beiden nun so langsam Richtung Zimmer zurück zu gehen.
Sie stiegen aus dem Pool und trockneten sich gegenseitig mit den mitgebrachten Badetüchern ab. Freds Badehose schien immer enger zu werden und er bemerkte auch, dass Gong immer erregter wurde.
Bei Fred regten sich aber in seinem Bewusstsein so allerlei Bedenken. Du alter Sack und dieses wunderschöne junge Mädchen ? Fred bekam irgendwie Skrupel und ein schlechtes Gewissen. Darf man(n) das wirklich.
Ok, sie war ja kein junges Mädchen mehr, eher eine junge Frau, wenn gleich ihr zierlicher Körperbau sie natürlich jünger aussehen liess. Zudem hin hatte sich Fred ja schon gestern über ihr Alter erkundigt. Gong sagte ihm, dass sie 26-ig sei, was natürlich durchaus stimmen konnte. Nur glauben konnte er es trotzdem nicht. Irgend ein Gefühl sagte ihm, dass sie wohl etwas mogelte.
Sollte er das Risiko eingehen ? Zum Glück gibt es ja Bestimmungen in Thailand, wo ein Mädchen unter einem bestimmten Alter an einer Beerbar nicht angestellt werden dürfte. Aber Fred war sich trotzdem unsicher.
Sie gingen also ins Zimmer zurück und Fred wollte es nun wirklich wissen mit dem Alter. So liess er sich eine Finte einfallen und sagte Gong, dass er noch einen Wiskey trinken möchte, weil er sah, dass in der Minibar kein Wiskey war.
Ob er denn für sie auch noch was von der Bar mitbringen sollte.
Gong verneinte, sie würde unterdessen duschen, bis er wieder da sei. So ging also Fred mit Shorts und Shirt bekleidet an die Bar und bestellte sich noch einen Wiskey, den er aber aufs Zimmer mitbringen wollte. Nebenbei fragte er die Receptionistin, ob sie nicht Mal den kopierten Ausweis von Gong überprüfen könnte, wie alt sie denn nun wirklich sei, was sie mit einem Augenzwinkern auch tat.
Es stellte sich raus, dass Gong erst 23-ig, statt wie der besprochenen 26-ig war.
Mist, dachte Fred, warum hatte sie ihn angelogen ?
Er hatte schon vorher Mühe mit dem Gedanken gehabt, mit so einem jungen Geschöpf zu schlafen, dessen Vater er hätte sein können. Jetzt war sie aber noch jünger, als angenommen.
Nun trank er zuerst mal diesen ersten Wiskey an der Bar und bestellte sich einen zweiten, um ihn mit aufs Zimmer zu nehmen.

Wieder im Zimmer angekommen, stellte er seinen Wiskey aufs Beistelltischchen. Gong war bereits geduscht und hatte sich in ihr Badetuch eingewickelt und schaute TV.

Mit Hochgenuss machten sich die zwei nun über die mitgebrachten Leckereien her, Gong nahm sich eine Cola aus der Minibar und Fred hatte seinen Wiskey.

In Fred kurbelte das Gehirn auf Hochtouren. Warum hat ihm Gong ihr wahres Alter verschwiegen ? So fragte er Gong nochmals ganz unverfänglich nach ihrem Alter, dabei schaute er direkt in Gongs Augen. Die merkte wohl, dass es nun wohl besser wäre, die Wahrheit zu sagen.
Warum nur hast Du mir Dein wahres Alter verschwiegen, fragte Fred ? Du hast ja eigentlich gelogen! Wie soll ich Dir vertrauen, wenn Du mich schon bei solchen Kleinigkeiten anlügst ?
Gong bekam ein gerötetes Gesicht. Sie, die sonst schneeweiss war, konnte dies natürlich nicht verbergen. So kam heraus, dass sie sich gefürchtet hätte, ihr wahres Alter zu sagen, weil sie Angst hatte, dass sie Fred sonst nicht mitnehmen würde. Im Grunde genommen hatte sie dabei gar nicht so unrecht.

Fred hatte aus seinem Leben in Europa schon Kinder, wobei das eine sogar älter wie Gong war. Da regten sich gewisse Skrupel und Fred überlegte und überlegte. Er hatte für Gong Gefühle, die weit über das hinaus gingen, was er bis anhin kannte. Diese spürbare Nähe, wie wenn sie sich schon ewig kennen würden. Diese sanfte Ausstrahlung von Gong, ihr unverbrauchtes Wesen, dieser Schalk in den Augen.
Irgendwie kam es dann aber zu ersten zärtlichen Annäherungsversuchen und Fred war sofort wieder erregt. Am liebsten hätte er sich förmlich auf Gong gestürzt und sie überall liebkost, aber irgendwie ging’s einfach nicht, zu hoch war die Hemmschwelle. Gong schaute ihn abwartend an, aber Fred konnte einfach nicht, obwohl er körperlich durchaus bereit gewesen wäre.
So knabberten sie an ihren Spiesschen rum und schauten TV. Fred machte die Beleuchtung soweit aus, dass nur noch eine kleine Nachttisch Lampe brannte.

Sie schlüpften nun unter die leichte Bettdecke und Gong kuschelte sich mit grösster Natürlichkeit an Fred. Dabei streichelte sie ganz kurz und wie zufällig, Freds Körper. Dieses kleine Schlitzohr, dachte sich Fred, der Dinge harrend, die da wohl noch laufen würden.
Freds Beherrschung wurde auf eine sehr harte Probe gestellt. Ich Idiot, dachte er, ich bezahle ja dafür, dass sie mit mir schläft, also warum soll ich denn nicht ?
Ob sie nun 3 Jahre jünger, oder älter ist, spielt ja schlussendlich wirklich keine Rolle. Zudem hin hat sie sich ja freiwillig dafür entschieden, mit mir mit zu gehen.

Oh my Buddha, dieser Körper. Wofür hast Du sie denn mitgenommen, wenn Du nun Mühe hast, mit ihr zu schlafen ? Fred Du hast doch eine Schraube locker !
Fred konnte es nicht lassen. Ganz sanft streichelte er über ihren Körper. Die Haut war fast wie samt und Gong schien es offensichtlich zu geniessen. So tauschten sie weitere Zärtlichkeiten aus und die Situation wurde immer intimer.
Gong küsste Fred sogar auf den Mund, was wie Fred schon öfters hörte, ein käufliches Mädchen sonst eher unterlassen würde.
Fred empfand aber Gong eigentlich nicht als käuflich, er hatte eher das Gefühl, dass sie eigentlich ein Paar wären.
Zwischendurch wurde der TV abgeschaltet und nun brannte nur noch das kleine Nachtlicht.
So kuschelten sie sich aneinander und tauschten weitere Zärtlichkeiten aus.
Sie berührten und streichelten sich überall und Fred bemerkte wohl, dass auch Gong immer erregter wurde.
Es blieb aber in dieser Nacht beim Austausch von Zärtlichkeiten und nach einer Weile schlief Gong in Freds Arm ein. Fred war nicht enttäuscht, im Gegenteil. Fred war glücklich mit dem, wie es war. Es ging auch ohne den schnellen Sex. Während er noch ein Wenig über das Erlebte des Tages nachdachte, schlief schlussendlich auch Fred ein.

Am darauffolgenden Tag wachte Fred früher auf wie Gong. Eine ganze Zeit lang schaute er auf der Seite liegend nur Gongs Gesicht an. Diese weisse Haut, dann die pechschwarzen, glänzenden Haare, die feinen Augenbrauen und die zwei schmalen Striche die von den Augenwimpern gebildet wurden. Gong schlief ruhig und Fred betrachtete sie nur. So was Schönes hatte Fred noch nicht gesehen. Diese ruhige Ausstrahlung, die von der schlafenden Gong ausging überwältigte Fred.

Er musste sich gewaltsam von diesem Anblick losreissen und er entschied sich ganz leise unter die Dusche zu gehen. Er rasierte und duschte sich und kam mit dem Badetuch um die Hüften gewickelt wieder zurück ins Zimmer, wo Gong inzwischen auch aufgewacht war.

Nachdem auch Gong geduscht hatte, gingen sie gemeinsam zum Frühstück, wo sie auch Joe und Yin trafen. Die beiden Frauen besprachen natürlich, was noch so alles gelaufen war, nachdem sich Fred und Gong ja in der Karaoke verabschiedet hatten. Irgendwann schaute Yin Fred mit einem leicht zweifelnden Seitenblick an, wahrscheinlich war das die Stelle in der Erzählung, wo Fred nicht mit Gong geschlafen hatte, sondern sie sich nur gestreichelt hatten.
Fredi liess sich nichts anmerken und sprach ein Wenig mit Joe. Im Gegensatz zur ersten Nacht, die Fred für sehr verunglückt hielt, sah letzte Nacht für Fred wesentlich positiver aus. Er war eigentlich mit sich und der Welt zufrieden und machte sich auch keine Vorwürfe.
Nach einer Weile kamen die zwei Paare auf die Idee, dass man heute doch mal den Strand ein Bisschen unsicher machen könnte.
So bezahlten alle das Frühstück und los ging’s, die Badesachen packen. Nach einem gemütlichen Spaziergang kam endlich der Strand in Sicht. Toll, dachte sich Fred, was hier so alles angeboten wird, sogar Liegestühle konnte man gratis benutzen, was aus Fred’s Erfahrung durchaus nicht also normal eingestuft werden konnte.
Sie setzen sich in die Liegestühle, die Sonnenschirme wurden eingerichtet, sie machten es sich gemütlich. Im Hintergrund war eine kleine Strandkneipe, wo man auch essen konnte, aber es gab auch sonst genügend Angebote. So kam ein Shrimps Verkäufer vorbei. Er trug an einem langen Bambusstab vorne die Garküche und am hinteren Ende hing ein Korb mit dem ganzen Zubehör, wie Einweggeschirr, Gewürze, Saucen, Papierservieten usw. .

Es wurde ein vergnüglicher Nachmittag, es wurde geplaudert, gealbert und gelacht. Zwischendurch kamen Strandverkäufer, die ihre Ware anboten unter Anderem auch ein Früchteverkäufer, wo man direkt frische Früchte, mundgerecht zurechtgeschnitten, kaufen konnte, was die vier auch taten.

Als es langsam Abend wurde, gingen alle zurück ins Hotel und vereinbarten, dass sie sich später wieder in der Karaoke treffen wollten.
Gong und Fred gingen in ihr Zimmer um zuerst mal ausgiebig zu duschen.
Gong hatte erstaunlicherweise nichts dagegen, dass Fred mit ihr zusammen duschen wollte und so standen sie einander nackt in der Dusche gegenüber.
Die Dusche wurde aufgedreht und sie liessen das lauwarme Wasser über ihren Körper rieseln. Als sie nun so richtig nass waren, fingen sich beide an, gegenseitig einzuseifen. Gong vergnügte sich sichtlich dabei. Diese Einseiferei geschah so sanft und fast zärtlich und so wurde natürlich kein Detail ausgelassen. Gong hatte wieder ihren schalkhaften Ausdruck im Gesicht und Fred konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Es kam, wie es kommen musste und Fred’s kleiner Freund wurde wach. Dies war natürlich auch Gong nicht entgangen und sie grinste ein so unschuldiges Grinsen und das mit ihrem schalkhaften Blick. Es war kaum mehr zum Aushalten und Fred musste sich echt zusammenreissen, dass er nicht schon in der Dusche kam.
Gong konnte es aber nicht lassen und fand, dass die bewusste Stelle unbedingt sehr intensiv und genau geseift und gewaschen werden müsste und lachte dabei.
Dieser kleine Frechdachs, dachte Fred, der es natürlich nicht lassen konnte auch seine Waschaktivitäten zu intensivieren. Wenn schon, denn schon, dachte sich Fred. So schön das Ganze war, Fred wollte sich nicht einfach in der Dusche befriedigen lassen, wobei sich Gong wirklich alle Mühe gab und sich Fred sehr zusammen reissen musste. Für Fred war es einfach zu banal. Beim „ersten Mal“ sollte es nach seiner Ansicht schon ein Bisschen romantischer sein. Zudem hin wurde er das Gefühl nicht los, dass Gong einfach ihre Gegenleistung erbringen wollte, weil ihr Fred täglich ihren Lohn unter die Tasche schob. So lenkte er Gong ein Wenig ab, in dem er fragte, ob sie eigentlich keinen Hunger hätte, sein Magen knurre nämlich inzwischen ziemlich heftig.
So duschten sie sich gegenseitig die Seife vom Körper und trockneten sich ab.
Gong schaute ein Bisschen ungläubig drein, sagte aber nichts. Nach nochmaliger Frage wegen Essen gehen, zogen sie sich an und Fred merkte, dass mit Gong irgendwas nicht mehr stimmte. Ihr Leuchten in den Augen war wie weggeblasen.
Fred nahm Gong ganz sanft in die Arme und fragte, was er wohl falsch gemacht hätte, sie lache ja gar nicht mehr ?
Gong wurde ganz ernst und sie antwortete : „ You not like bumbum with me! Why?“ Ojeh, dachte Fred, du hättest sie wohl nach der Duscherei ins Bett bringen sollen und mit ihr schlafen.
Gong sagte weiter : „You pay every time Money for me, but why you not make bumbum with me ? Jetzt wurde es heikel für Fred. Wieder dieses leidige Problem „ bezahlen für Liebe!“
Fred setzte sich mit Gong auf den Bettrand und legte seinen rechten Arm um sie.
Was sollte er nun entgegnen? Es war ja nicht so, dass er nicht liebend gerne mit Gong schlafen würde, aber Fred hatte das Gefühl, dass er etwas zerstören würde, sobald sie miteinander geschlafen hätten. Diese Unbekümmertheit, diese Lustigkeit, ja manchmal fast Ausgelassenheit. Die Songs in der Karaoke und er war sich irgendwie sicher, er liebte Gong. Er wurde sich auch schlagartig wieder seiner eigenen Lebenssituation bewusst und für einen kurzen Moment kamen ihm auch wieder seine Frau, sein Kind und Indien in den Sinn.
Fred befand sich in einem Teufelskreis.
Nur musste er Gong nun eine Antwort geben. Er rang sichtlich mit sich, aber was sein musste, musste nun einfach sein.
„Gong“, sagte Fred, „ ich glaube, dass ich Dich wirklich liebe.“ „ Genau da drum habe ich Mühe, nur so eine schnelle Nummer mit Dir durch zu ziehen !“
„Ich kann das einfach nicht und wenn’s nur um Befriedigung gehen würde, könnte ich das zur Not auch noch von Hand erledigen!“
„Ich bin einfach glücklich, weil Du bei mir bist, das ist für mich das Wichtigste.“ „ Sex ist zwar schön, aber für mich ist viel wichtiger, dass Du einfach bei mir bist.“ Fred versuchte Gong zu erklären, was er fühlte und spürte, wenn sie in seiner Nähe sei.
Gong schaute Ihn mit immer grösseren Augen an und sagte schlussendlich zu Fred :“ But you pay so mutch money for me, ...... Du hast mir auch Kleider gekauft, gehst mit mir essen, wir haben eine schöne Zeit zusammen, aber Du machst keinen Sex mit mir. Ich kann das nicht verstehen.
Fred versuchte nochmals Gong begreiflich zu machen, um was es ihm ging.
„Gong, how long we know us now ?“ “Drei Tage antwortete Gong.” So haben wir doch noch das halbe Leben vor uns, nicht ?“ Dies konnte nun Gong gar nicht mehr verstehen. „Aber Du hast mich doch an der Beerbar mitgenommen und bezahlt, um mit mir Sex zu machen?“ „ Gong, Du warst mir von Anfang an sympatisch und drum habe ich Dich gefragt, ob Du mit uns essen kommen willst.“ „ Ich habe nicht gesagt : „ Was kostet es, wenn ich mit Dir schlafen will.“ Gong war fast sprachlos, denn so was war ihr noch nie passiert. Da kommt doch eine Weissnase, geht mit ihr aus, kauft ihr hübsche Kleider und Schuhe und bezahlt obendrein auch noch dafür. Nebst der Ablösesumme an der Bar bezahlte ihr Fred selbstverständlich den „normalen“ Tarif, den sie auch bekommen hätte, wenn sie mit Fred in die Federn gesprungen wäre.
Für Fred hingegen war Sex nicht das Ausschlaggebende. Fred genoss diese gemeinsame Zeit und die Erlebnisse, die sie zusammen hatten.
Fred war ja auch nicht in der Absicht nach Thailand gekommen, um sich hier sexuell aus zu toben.
Er wollte eigentlich nur abschalten und Mal seine Gedanken neu ordnen. Dafür schien aber dieser Ort denkbar ungeeignet, denn täglich stürmten neue Eindrücke auf Fred ein. Nichts von Ruhe, sich einfach hängen lassen und seinen Gedanken nachhängen.
Gong konnte Fred irgendwie nicht verstehen. Für sie war Fred bis dahin ein grosszügiger Kunde, der gut mit ihr umging. Für Fred sah die Sache aber anders aus.
So versuchte Fred zu erklären : „Gong, mach Dir wegen dem Geld, dass ich für Dich bezahle keine Gedanken.“ „Ich weiss, dass Du dieses Geld nach Hause schicken musst, damit Deine Familie zu essen hat.“ „ Glaubst Du, ich weiss nicht, was Du machst, wenn Du zur ATM Bank gehst ?“ „Du verdienst Dein Geld, in dem Du mit „Kunden“ mitgehst, es ist Dein Beruf.“
Gong war über Fred’s Offenheit ziemlich erstaunt. Es schien Fred so, wie wenn man in Thailand über so was nicht spricht, obwohl es jeder und jede wusste.
Gong entgegnete nun in einer ganz ruhigen und überlegten Art, die Fred bis jetzt noch nicht bei Gong erlebt hatte:“ Warum tust Du das?“ Wenn ich mit einem Kunden mitgehe, weiss ich, dass ich mit ihm schlafen muss, wenn ich Geld dafür haben will !“ „ Du aber gibst mir Geld, machst mich happy und Du bekommst von mir nichts!“
„Gong“, entgegnete nun Fred, „ Du gibst mir mehr, wie Du vielleicht jemals erahnen wirst.“ „ Ich mache Dir nun einen Vorschlag, aber ich habe ein, zwei Bedingungen.“
Gong schaute nur wieder mit Ihren grossen Augen, dieses mal aber mit einem Ausdruck der Erwartung, was da Fred wohl vorschlagen würde.
„Also,“ begann Fred, möchtest Du für den Rest meiner Ferien mit mir zusammen bleiben ?“ In Gongs Augen kam ein kurzes Leuchten auf, um aber sofort wieder einem nachdenklichen Ausdruck Platz zu machen.
„Was meinst Du“, fragte Fred.
Gong wusste nicht, was sie sagen sollte, doch nach einer Weile meinte sie : „ Was sind das für Bedingungen, die damit verbunden sind ?“

„Ich möchte gerne, dass wir nun über das Thema Geld nicht mehr sprechen.“
„ Bitte gib mir nicht jeden Tag das Gefühl, dass ich Dich nur gekauft habe.“
„Gong, Du bist mehr für mich, wie einfach ein Girl von der Beerbar, das man gegen Geld mitnehmen kann.“ „Vielleicht verstehst Du nun auch, warum ich Dir gesagt habe, dass ich glaube, ich liebe Dich.“

Gong entgegnete nichts, also kam Fred direkt zum zweiten Punkt.

„Ich möchte, dass Du wirklich nur mit mir schläfst, wenn Du es auch ehrlich von Dir aus willst!“
„Ich will nicht, dass Du das Gefühl hast, ich sei ein bezahlender Kunde und drum müsstest Du mit mir schlafen.“

„ Ich möchte einfach, dass Du glücklich bist, denn dann bin ich es auch.“

Dies war wohl etwas viel für Gongs Verständnis und es folgte eine ziemlich lange Pause, wo gar nichts mehr gesprochen wurde.

Fred konnte irgendwie nachvollziehen, was in Gong vor sich ging, nur die Thaimentalität konnte Fred nicht nachvollziehen, dafür fehlte im ganz einfach die Erfahrung.
Fred wollte und konnte in Gong einfach nicht das käufliche Beerbar Mädchen sehen. Was aber sah wohl Gong in Fred. Gestern, beim Abendspaziergang, als Fred Gong seine Liebe gestand hat sie doch mit „ i you also „ geantwortet?
Liebte sie ihn wirklich, oder war es für sie nur ein Spiel ?
Fred wollte aus diesen düsteren Gedanken ausbrechen und die Stille beenden.

„ Gong, sollen wir zusammen an der Hotelbar etwas trinken gehen ?“ „ If you like ?“ Also gingen sie an die Hotelbar und bestellten sich etwas zu trinken.
Fred ging eine Idee durch den Kopf. Es war noch relativ früh und die Banken hatten sicher noch offen. Nur, Gong war ihm immer noch die Antwort schuldig geblieben, ob sie mit ihm weiterhin zusammen bleiben wollte.
Fred wollte eigentlich nicht bohren, aber er wollte einen Ausweg aus seinem Gefühlschaos. Er wollte das Gefühl loswerden, mit einem käuflichen Mädchen zusammen zu sein. Es war ihm mehr wie peinlich, jeden Tag unauffällig die Geldscheine unter Gongs Handtasche zu schieben.
Durch Fred ging ein Ruck. Fred zählte die Tage, die er noch hier sein würde. Er entschuldigte sich für einen Moment und ging an die Reception, um seine Mastercard aus dem Schliessfach zu holen. Er ging zur Bar zurück und sagte Gong, dass er ja ganz vergessen hätte, Geld vom Automaten zu holen und dass es sonst vielleicht am Abend etwas knapp werden würde. Das Geld hätte natürlich gereicht, aber Fred musste einen Grund finden, um seine Idee umzusetzen.
So ging er also zum Bancomaten und holte sich einen höheren Geldbetrag, um kurze Zeit später wieder an der Bar zu stehen.
„Gong, ich muss mit Dir das Thema fertig besprechen, lass uns bitte nochmals ins Zimmer gehen.“
So gingen sie wieder ins Zimmer zurück, mit der Bemerkung, dass sie in Kürze wieder kommen würden.
Jetzt kam für Fred der knifflige Teil seiner Idee. Wie sollte er anfangen, um nur keine Missverständnisse aufkommen zu lassen.
So fing er an : „ Gong, ich habe dir doch zu erklären versucht, dass es für mich schwierig ist, Dir jeden Tag Geld zu geben, dass Du bei mir bleibst.“
„Ich weiss aber auch, dass Du Deiner Familie Geld schicken musst!“
„Ich hatte an der Bar eine Idee, die ich Dir nun erklären möchte.“
„Ich weiss, dass Du nur mit mir zusammen sein kannst, wenn Du Deiner Familie Geld schicken kannst, sonst musst Du Dir sicher einen andern „Kunden“ suchen.“
„Ich möchte aber gerne, dass Du bei mir bleibst, will aber endlich das Thema Geld vergessen können.“ „Es funktioniert sonst auch im Bett nicht mit uns.“

Gong schaute Fred nur an und Fred meinte zu sehen, dass für Gong nun diese Geschichte zu Ende zu gehen schien. Es waren verzweifelte Blicke, die Fred durch und durch gingen! Halt Gong! So war es nicht gemeint ! Fred war nun selbst der Verzweiflung nahe. Mein Gott, ich Trottel, dachte Fred, kannst doch nicht einfach mit der Tür ins Haus fallen. Fred war einfach noch zu wenig asiatisch, sonst hätte er vielleicht einen diplomatischeren Weg gefunden.

So nahm er sein ganzes Herz zusammen, um nun alles auf eine Karte zu setzen.

„Gong, ich bin nun noch 10 Tage hier und ich möchte mit Dir 10 glückliche Tage verleben, ohne dass das Thema Geld nochmals auf den Tisch kommt.“
„Du hast mir keine Antwort darauf gegeben, ob Du mit mir zusammen bleiben willst und ich kann auch verstehen warum.“

Fred griff nun in seine Tasche und legte Gong den ganzen Liebeslohn, für die folgenden Tage, bis zu seiner Abreise, vor sie aufs Bett.
Fred war von Gewissensbissen geplagt. Hoffentlich machte er jetzt nicht den finalen Fehler. Wie würde Gong reagieren.

„Gong, bitte verstehe mich nicht falsch, aber ich glaube, so können wir Dein und mein Problem lösen.“
Dieses Geld gehört Dir, ich schenk es Dir.
„Du kannst zur ATM Bank fahren, Deinen Eltern Geld überweisen und ich habe mein Problem nun auch vom Tisch.“ „Wir müssen nicht mehr über Geld reden, das unsere Beziehung belastet.“

„Du kannst das Geld auch nehmen und wir verabschieden uns, drum habe ich es Dir ja geschenkt.“ „Ich will nicht, dass Du nur wegen Geld mit mir zusammen bleibst.“ So kannst Du nun frei entscheiden, was Du machen willst.“
„Ich würde mich wirklich sehr freuen, wenn wir zusammen bleiben würden, aber Du musst nun nicht mehr, wenn Du es nicht wirklich selber willst.“

Immer dieses Thema Geld, das Fred zutiefst hasste. Er hatte in seinem Leben hart geackert, um zu einem Bisschen Geld zu kommen. Im Grunde genommen war es nichts im Verhältnis zu dem, was er alles hatte leisten müssen, für dieses Bisschen Geld, das auf seinem Konto lag. Durch die vielen Auf- und Abwärtsbewegungen ins seinem Leben, das zum Teil auch von Verlusten geprägt war, entwickelte sich für Fred dieses Thema einfach zu einem Gräuel. Fred hat in seinem Geschäftsleben schon viel einstecken und bezahlen müssen, auch seine frühere Ehe hatte ihn eine ganze Stange Geld gekostet.

Es knisterte förmlich im Raum und man konnte deutlich spüren dass in Gong etwas vor sich ging. Fred sah in ihre Augen und er sah Tränen darin.
Um Himmels Willen, nur das nicht. War es falsch, was er da nun gemacht hatte?
Fred wusste sich kaum mehr zu helfen und so strich er nur ganz sanft über Gongs Kopf. „Sei nicht traurig bitte“, flehte Fred.
Gong sagte kein Wort, sie nahm aber auch das Geld nicht. Sie sass nur da und weinte. „Bitte Gong, weine nicht, ich fang sonst womöglich auch noch an.“

Gong wäre wohl nicht Gong gewesen, denn was nun kam erstaunte Fred. Sie stand auf, ging ins Bad und wusch sich ihr Gesicht, dann kam sie zurück, nahm das Geld auf dem Tisch und Fragte Fred: „ Kommst Du morgen früh bitte mit mir zur ATM Bank ?“ „Ja Gong“, antwortete Fred. Dies war alles, was zu diesem Thema noch gesagt wurde.

Unglaublich, wie sich dieses Mädchen wandeln konnte, von einer Minute zur Nächsten.
Sie gingen zurück an die Hotelbar und Fred hatte nun das Bedürfnis, etwas stärkeres zu trinken. Gong bestellte sich einen Fruchtsaft und Fred musste nun einfach einen Wiskey on the Rocks haben. Gong registrierte dies mit einem Seitenblick, sagte aber kein Wort.
Sie stiessen mit ihren Gläsern an und dabei kam es natürlich wieder zu einem sehr intensiven Blickkontakt.
Es war unbeschreiblich, was Gong mit Ihren Augen sagen konnte und was sie ausstrahlte. Es war eine Mischung aus Verwunderung über diese Lösung und einer gewissen Unsicherheit. Hat Fred dies wirklich so gemeint, wie er es gesagt hatte. Sie konnte frei entscheiden, Fred hatte ihr ja dieses Geld geschenkt. Sie konnte also tun und lassen, was sie wollte, zumindest so lange, wie Fred hier war. Was nachher weiter gehen würde, darüber mochte sie sich noch keine Gedanken machen, sie hatte mit der jetzigen Situation genug zu tun.

Die beiden entschieden sich nun was essen zu gehen, um nachher noch ein Wenig in die Karaoke zu gehen. Fred konnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen, was an diesem Abend noch auf ihn zu kommen würde.

Sie gingen in ein Restaurant in der Nähe des Karaokerestaurants. Dieses Restaurant war auch bekannt dafür, dass man sehr gut thailändisch, wie aber auch europäisch essen konnte. Gong bestellte sich ihr essen und Fred suchte sich ein Schnitzel Wienerart aus. Das Essen wurde serviert und Fred bekam ein Tellergrosses Schnitzel vorgesetzt. Mein Gott, dass schaff ich nie, dachte sich Fred und der Chef des Hauses schmunzelte, mit einem Wink auf die Wirtshaustafel zeigend. Das Schnitzel war wirklich hervorragend und machte diesem Restaurant alle Ehre. Auch Gong war mit ihrem Essen zufrieden und so sassen beide still vor ihrem Teller und assen, ohne gross zu sprechen.
Irgendwie machte sich Fred Sorgen, weil Gong auf einmal so still geworden war. Diese quirlige und lustige Gong war auf einmal sehr still und es schien, wie wenn sie froh war, nichts sagen zu müssen.

Als das Essen endete, verlangte Fred die Rechnung. Fred bezahlte und sie brachen nun Richtung Karaoke auf, weil sie da ja mit Joe und Yin verabredet waren.
Gongs Verhalten war unverändert still und ruhig. Auch als sie mit grossem Hallo am neuen Ort empfangen wurde, änderte das an Gongs Verhalten nichts.
Sie bestellten sich ihre Drinks und Gong unterhielt sich in ruhiger, aber etwas aufgeregter Art mit Yin. Fred sprach derweil mit Joe und beobachtete aus den Augenwinkeln, die beiden Frauen, die inzwischen sehr angeregt miteinander sprachen.
Fred erzählte Joe von seinem Erlebnis und Joe wunderte sich zwar über Freds Zahlung, konnte aber seinen Ueberlegungen folgen und sie auch verstehen. Er meinte allerdings, dass er für sich niemals so entschieden hätte, aber Fred sei da wohl halt etwas anders.
Fred wusste, dass Yin sich später sicher Joe anvertrauen würde und auf diesem Wege hoffte sich Fred raus zu bekommen, was Gong bedrückte.

Irgendwann schrieb Gong wieder Liederwünsche auf und liess sie dem Musiker bringen.
Fred fragte sich nur noch : „ und in dieser Stimmung will Gong nun singen ?“
Gong sang und wie schon immer, wenn sie etwas bedrückte, sang sie es sich von der Seele. .... und wie sie sang. Das was da zu hören war übertraf alles, was in den letzten Tagen zu hören war. Alle Gäste starrten gebannt auf Gong und Gong schien wie in einer andern Welt zu sein. Sie sang wie aus der Ferne, war aber trotzdem da. Da war wieder diese Sehnsucht, diese unsägliche Stimmung, die dieses Lied erzeugte, aber in einer Kraft vorgetragen, dass man nicht glauben konnte, dass die Stimme zu diesem zierlichen Mädchen gehörte. Was wollte Gong mit diesem Lied ausdrücken ? Was sollte Fred dieses Lied wohl sagen?
Ein zweites und ein drittes Lied folgte und Fred bemerkte, wie ihn Yin musterte, wie wenn sie rausfinden wollte, was da wohl beim Zuhören der Lieder in Fred vor sich ging. Sie sagte aber keinen Ton, obwohl sie relativ gut englisch sprach.

Nach dem dritten Lied bedankte sich Gong mit einem Wai bei den Zuhörern und als der Applaus abebbte sagte sie :“ Fred, i love you true, i will stay with you !“

Fred wurde innerlich förmlich zerrissen. Die kleine Gong und diese Aussage in aller Oeffentlichkeit! Das Publikum applaudierte nicht nur, nein es tobte. Anders kann man diesen Ausbruch an Begeisterung nicht bezeichnen.

Diese Antwort hatte gesessen, für Fred gab es keine Fragen mehr, die hätten beantwortet werden müssen.
Unglücklicherweise kam ausgerechnet jetzt keine Blumenfrau, jetzt wo Fred dringend einen Blumenstrauss gebraucht hätte.
Er sass da, wie erstarrt, das konnte doch alles nicht wahr sein.


Gong kam an den Tisch zurück und alle gratulierten Ihr für den tollen Auftritt.
Nur Fred sass wie angenagelt da und wusste nicht mehr, wo im der Kopf stand.
Gong setzte sich neben Fred und schaute ihn an. Fred hatte wieder eine grosse zwei auf dem Rücken. Die kleine Gong spielte auf seiner Seele Schlagzeug, so zumindest kam sich Fred im Moment vor. Er konnte nichts mehr sagen, auch seine Gesichtsfarbe hatte sich verändert. Er brachte keinen Ton heraus, er war völlig hilflos. Er konnte Gong einfach nur wortlos umarmen, er wollte sie nie mehr loslassen.
Fred musste aus dieser Starre erwachen. Er bestellte sich einen Gin Tonic, den er auf einen Zug leerte. Ein zweiter folgte und nachdem er auch diesen runtergekippt hatte, fühlte er, wie seine innere Starre und dieser Seelenschmerz etwas nachliess. Er taute langsam wieder auf.
So wurde es dann doch noch ein vergnüglicher Abend. Irgendwann kam dann auch die Blumenfrau und Fred holte nach, was er vorhin nicht machen konnte. Er überreichte Gong die Blumen und küsste sie. Sie schauten einander nur an, es war nicht notwendig zu sprechen, man konnte alles in den Augen der zwei erkennen.
Zwischendurch ist auch die Verkäuferin mit den ofenfrischen Bretzeln zu ihnen an den Tisch gekommen und Fred kaufte für alle vier eine Bretzel.
Fred hatte irgendwie diesen Rundumschlag auf seine Gefühlswelt noch nicht verdaut, aber er gab sich alle Mühe, sich nichts anmerken zu lassen. Zur vorgerückteren Stunde kam auch noch der Biker mit seinem Grillseitenwagen vorbei. Fred liess ihn fragen, für wie viel er denn noch zu erkaufen hätte. Es war noch reichlich, so dass locker alle Angestellten mit essen konnten. So machte Fred mit dem Verkäufer einen Pauschalpreis ab und kaufte den ganzen Restbestand an Leckereien auf, was natürlich den Grillmann freute.
Die Party kam ins Rollen und es wurde gesungen gegessen, getanzt und getrunken, bis nach Mitternacht. Das Grillbike blieb einfach vor der Karaoke stehen, bis alles leer gegessen war.

Irgendwann war die Party zu Ende und es ging nach dem Bezahlen wieder auf den Weg ins Hotel.
Noch ein freundliches „gute Nacht“ zum Nachtpersonal und Gong ging mit Fred ins Zimmer.

Der TV wurde eingeschaltet, die grosse Deckenlampe aber blieb ausgeschaltet. Nur die zwei kleinen Nachtlampen blieben an.
„You wan’t shower“ fragte Fred und Gong schaute ihn nur an und sagte in vollster Ueberzeugung, „but only with you !“

So standen sie sich wieder, wie Stunden zuvor unter der Dusche gegenüber.
Wieder rieselte das Wasser über die beiden und wieder kam die Seife ins Spiel.
Dieses Mal wischte Fred alle Bedenken beiseite. Diese Liebeserklärung in aller Oeffentlichkeit hatte Fred völlig verändert. Es war ja eher ein Streicheln, wie eine Einseifen und Fred versank in eine ganz andere Welt, er vergass alles um sich rum. Da waren nur er und Gong. Natürlich machte sich auch klein Fred wieder bemerkbar, nur dieses mal liess Fred es einfach geschehen. Alles war anders, wie noch vor ein paar Stunden. Wieder musste sich Fred gehörig zusammenreissen, dass das Liebesspiel nicht ein vorzeitiges Ende nahm und er meinte zu Gong nur, „ not to mutch, otherwise .... „ und blinzelte ihr zu. Sie verstand sofort und liess das Einseifen gewisser Körperstellen bleiben. Nachdem die Seife abgeduscht war und sie sich abgetrocknet hatten, ging es unter die Bettdecke. Gong schaltete den TV ab und kuschelte sich an Fred. Es ging wieder wie letzte Nacht los und beide streichelten und liebkosten sich, nur war es dieses mal viel intensiver und die zwei konnten nicht mehr voneinander lassen.
Irgendwann waren beide dermassen erregt, dass es kein Zurück mehr gab.
Es war sanft und explosiv zugleich und ein wahres Feuerwerk der Gefühle brach über die zwei herein.
Irgend wann lagen sie erschöpft und ausgelaugt nebeneinander. Keiner sprach mehr ein Wort, sie hielten sich nur noch in den Armen und schliefen dabei ein.

Fred erwachte am nächsten Morgen wieder früher wie Gong. Er drehte sich wieder seitwärts, um Gong anschauen zu können. Wieder dieser ruhige, friedliche Gesichtsausdruck, es war einfach schön anzusehen. Dieses wandelbare Gesicht, jetzt ruhig, friedlich und in den vergangenen Stunden
manchmal fast starr, ohne Lachen, um wiederum ganz verträumt und wie abgehoben zu wirken. Fred wusste nicht so genau, welchen Ausdruck er am Meisten mochte, er mochte eigentlich alles an Gong, ob sie nun lustig, ja fast aufgekratzt war, oder nachdenklich und ernst.

Gong erschrak ein wenig, als sie ihre Augen öffnete und sah, dass sie Fred betrachtete. „Why you do this ?“ “Ich muss Dich einfach anschauen, wenn Du so friedlich schläfst”, sagte Fred. Er fühlte sich wie ausgewechselt, seit letzter Nacht. Gong ging zur Toilette und duschte auch gleich, während Fred den TV einschaltete, um zu sehen, ob er ein paar News mitbekam. Nachdem Gong aus der Dusche kam, war Fred an der Reihe und er brachte sich auf Vordermann, danach ging’s zum Frühstück, wo sie auch wieder Joe und Yin trafen.
Fred schien verändert, zumindest sah das Joe so und die beiden Frauen tauschten wieder ihre Erlebnisse aus. Fred verstand natürlich wieder nur „Bahnhof“ und musste an Yins Reaktionen ablesen, worum es wohl ging.


Es gab nicht viel zu besprechen, an diesem Morgen. Der gestrige Abend und die Nacht waren noch präsent und Gong hatte auch Yin nicht so viel zu erzählen.
Irgendwie war alles anders, wie bei früheren Frühstückstreffen mit Joe und Yin.

Fred erklärte Joe, dass er mit Gong heute Mal ein Bisschen shopen gehen wollte. Gong wusste davon noch nichts. Fred wollte einfach mit Gong alleine sein.
So trennten sie sich nach dem Frühstück, machten aber auf den Abend an der Beerbar ab, um wieder die Auslöse für die Mädchen zu bezahlen. Dann wollten sie weiter sehen.

Fred meinte zu Gong, dass er schnell seine Mails lesen gehen wollte und so gingen die beiden in den Internetshop, gleich um die Ecke.

Die Mails waren gar nicht so wichtig und Fred zeigte Gong sein Heimatland.
Er hatte auch eine kleine Fotoseite und so zeigte er Gong auch Bilder seiner Frau und seiner Familie. Fred wollte einfach mit offenen Karten spielen, denn zu viel war in den letzten Stunden passiert.
Gong sagte kein Wort, als Fred ihr, die privaten Bilder zeigte. Die Diskussion sollte dann später folgen.
Fred zeigte ihr noch weitere Dinge von Europa und erklärte ihr auch, wie kalt es in seinem Land im Winter sein kann und dass es dort Schnee geben würde.

Nach einer Weile Surfen im Internet, fragte Fred nun Gong, ob sie Lust hätte, ein Wenig einkaufen zu gehen. Er müsste noch eine neue Flasche Duschgel haben und sonst noch so zwei, drei Dinge. Vielleicht bräuchte sie ja auch was, vielleicht wolle sie ja auch was zu anziehen haben.
So war Fred dann ziemlich erstaunt, als ihm Gong vorschlug, mit dem Taxi nach Naklua, an den Strassenmarkt zu fahren, denn dort sei alles wesentlich günstiger. Fred dachte natürlich eher an die schönen grossen Warenhäuser an der Beachroad, dachte sich aber, warum denn nicht ?

So verliessen sie den Internetshop, nachdem Fred die paar Bath für’s Surfen bezahlt hatte. Sie hielten ein Taxi an und fuhren zu besagtem Markt.
Diese Vielfalt ! Die ganzen Strassen in diesem Ortsteil waren ein einziger Markt. Von Kleidern, bis zu Werkzeugen, Haushaltgegenständen aller Art, alles war zu finden. So spazierten beide durch die Strassen, über die grosse Plastikplanen gespannt waren, falls es zu Regnen anfangen würde.
Gong wusste natürlich nicht, was sie sich kaufen sollte. Fred musste sie ermuntern und so tat Fred etwas, was er in seinem Leben bisher eher gehasst hatte, er ging mit einer Frau Kleider kaufen! Die Kleiderständer und Auslagen wurden durchstöbert, bis Gong fand, was sie suchte. Sie fand hübsche kurze Shorts und dazupassende T-Shirts. Fred ermunterte Gong, vielleicht auch für bequeme Schuhe zu schauen und so ging der Einkaufsbummel weiter.
Irgendwann regte sich wieder der Hunger und sie verpflegten sich an einer Garküche für wenig Geld.
Der Einkaufsbummel hatte Fred bis jetzt keine 1000 Bath gekostet. Er war erstaunt, wie Gong beim Einkaufen mit dem Geld umging und die Preise runterfeilschte.
Sie kamen an einem Handyshop vorbei, wo Gong unbedingt rein wollte.
Hoppla, dachte Fred, jetzt kommt’s, jetzt wird es wohl ein neues Handy sein müssen.
Es ging tatsächlich um Handi’s. Gong verhandelte mit dem Verkäufer, denn sie wollte Ihr Handy gegen ein anderes tauschen. Der Verkäufer kannte sie und hatte ihr auch ihr altes Handy verkauft. Schon bald wurden sich die beiden handelseinig und Gong strahlte. Ruckzuck wurde die CIM Karte getauscht und die Rechnung geschrieben. Fred war gespannt, wie dieser Handel nun weiter gehen sollte. Gong kramte in ihrer Umhängetasche, kramte Geld hervor und bezahlte den Differenzbetrag. Fred war baff, denn er dachte sich, dass er nun wohl zu bezahlen hätte. Kein Wort, nicht mal eine Anmerkung!
Fred war ziemlich erstaunt und Gong erklärte ihm nun noch im Shop drin, die neuen Funktionen auf dem gekauften Telefon.

Sie gingen wieder auf die Strasse raus, Gong voran und Fred im Schlepptau.
Gibt’s das auch, dachte sich Fred, ich hatte nichts zu bezahlen ?
Sie kamen an Tieren vorbei, die verkaufen waren, Hunde, Kaninchen, Vögel und schlenderten weiter. Gong machte einen glücklichen Eindruck und Fred war über dem Erlebten ziemlich nachdenklich. Er dachte sich nur, dass er den Dingen wohl einfach mal den Lauf lassen musste. So ging’s schlussendlich wieder zur Hauptstrasse, wo sie wieder ein 20 Bathtaxi bestiegen und zurück Richtung Hotel fuhren.
Im Hotel angekommen, musste natürlich zuerst eine flüssige Stärkung an der Hotelbar eingenommen werden und dort konnte Gong dann auch gleich ihre neuesten Errungenschaften den Ladys an der Bar vorführen.

Die Chefin meinte nur zu Fred : „You are a good man.“ Fred fragte sich nur, warum denn. Das Telefon hat sie selber bezahlt und diese paar Kleider, waren ja wirklich nicht die Welt.

Da es schon Nachmittag war, gingen beide ins Zimmer, um zu duschen, denn sie hatten ja mit Joe und Yin abgemacht und wollten sich noch etwas frisch machen, bevor es wieder zur Beerbar ging, um die Ablösesumme zu bezahlen.
Fred passte diese Art nicht, immer wieder an die Bar gehen zu müssen, um sein Mädchen wieder für die nächste Nacht auszulösen. Allerdings wurden die Mädchen dazu angehalten, denn man trank ja auch dort und das förderte den Umsatz.
So ging’s also wieder zum Duschen und eigentlich war Fred schon gespannt, ob Gong alleine, oder wieder zu zweit duschen wollte.
Sie duschten wieder zu zweit, aber ohne dass es zu Intimitäten gekommen wäre.
Es wurde vielmehr eine spassige und lustige gegenseitige Einseiferei und natürlich haben sie sich auch gegenseitig mit viel Vergnügen abgeduscht. So trockneten sie sich ab, zogen sich an, um sich auf den Weg zu machen.
An der Hotelbar trafen sie Joe und Yin und gemeinsam ging’s wieder zur Beerbar.
Diesen Abend ging’s nach dem bezahlen der Ablösesumme in Richtung
„gehende Strasse“ . ( frei nach Translatorprogramm )

Dieses Stück des Ortes war für den Strassenverkehr abgesperrt und man konnte sich als Fussgänger frei bewegen, ohne Angst zu haben, möglicherweise überfahren zu werden.

Mensch, was hier los ist, dachte sich Fred, da geht ja echt die Post ab.
Sie wählten gleich das zweite Restaurant auf der rechten Seite, weil Fred hatte sein Lieblingsessen auf der draussen, vor dem Eingang aufgelegten Speisekarte entdeckt.
Sie traten ein und gingen über die Treppe ins obere Stockwerk auf den grossen hölzernen Balkon. Von dem konnte man einerseits die Beach sehen und auch ins Erdgeschoss, wo eine Livemusik spielte.
Fondue Bourginionne, Aussicht auf die Beach, Livemusik und das an der frischen Abendluft. Fred fühlte sich wie ein König. Der Service war ausgezeichnet. Die vier wurden an einen Tisch geleitet , wo man ihnen auch sogleich die Speisekarte brachte, nachdem sich das nette Servicemädchen auch nach den gewünschten Getränken erkundigt hatte.
Fred ermunterte Gong, doch mit ihm das Fleischfondue zu versuchen, nachdem er ihr erklärt hat, was das denn so sei.
Joe und Yin bestellten etwas anderes. Sie stiessen alle zuerst mal auf diesen Auftakt des Abends an, denn das war echt eine Supersache, was hier geboten wurde. Noch grössere Augen machte Fred, als schlussendlich serviert wurde.
Der Service und auch die Qualität in der man die Speisen präsentierte, war echt wie in Europa. Es schmeckte auch so, für Fred der absolute Hammer.
Nachdem er Gong die Sache mit den Saucen und Zubehör erklärt hatte, steckten sich Fred und Gong ein Stück Fleisch an die Gabel und tauchten sie die heisse Oelpfanne. Fred war ein Bisschen skeptisch, ob das Gong wirklich schmecken würde, aber seine Bedenken waren unbegründet.
So hatten sie eine feine Stimmung am Tisch, denn wirklich alle Spesen, waren echt super, das Personal freundlich und zuvorkommend, so musste wohl ein Restaurant im Paradies sein, dachte sich Fred.

Als sie mit essen fertig waren, gingen sie noch ins Erdgeschoss, um von der Bar aus, der Livemusik noch ein Wenig zuzuhören. Die spielten echt toll und gingen auch auf die Wünsche der Gäste ein. Nach einem Verdauungsdrink bezahlten sie die Rechnung, um sich in weitere Abenteuer zu stürzen.
So landeten sie bereits nach wenigen Schritten bei einer Kickbox Show, wo wirklich zugelangt wurde. Der Gewinner erhielt jeweils von den Zuschauern einen Geldschein, als Belohnung. So kam natürlich, dass die vier gegeneinander wetteten, wer den nun gewinnen würde. Der Verlierer musste dann den Kickboxer bezahlen. So gab Fred Gong ein paar Geldscheine, Joe tat das Selbe bei Yin und so konnte jeder gegen jeden Wetten. Natürlich wurde auch hier wieder etwas getrunken, so dass die Stimmung immer besser wurde, schon bald richtig aufgelöst war. Einmal gewann eins der Mädchen, wieder mal einer der Männer und so ging das hin und her, Zwischendurch wieder mal ein Bierchen und das nächste Kämpferpaar kam. Irgendwann waren alle Kämpfe durch und sie machten sich auf, um weitere Dinge zu sehen und zu erleben.
Fred erinnerte sich irgendwo eine Tafel gesehen zu haben, wo was mit Blues Fabrik draufstand. „Was meint Ihr“, fragte Fred in die Runde und alle waren einverstanden.
Was nun kam, wird Fred wohl seiner Lebtage nie vergessen.
Sie traten ein, nahmen an einem kleinen Tischchen Platz, Getränke wurden serviert und eine Liveband spielte.
Nach etwas zwei Musikstücken verabschieden sich die Musiker und kündigten die nachfolgenden Musiker an.
Die traten auf und es ging los. Die spielten nun Rock und Blues vom Allerfeinsten, was nicht eigentlich verwunderlich war, denn beim Gitarristen handelte es sich um Lam Morrision !
Fred ging es durch und durch. Er fragte den Kellner, ob es denn möglich wäre, dass die Musiker auch Wünsche erfüllen würden. Kein Problem, meinte der Kellner und Fred wünschte sich einen Song.
Lange Zeit ging nichts, was seinen Wunsch anbetraf. Er fragte den Kellner nochmals und meinte schmunzelnd, dass er halt die Musiker fragen solle, was sie Trinken möchten. So ist eine Runde Heinekenbier auf die Bühne gebracht worden und siehe da, nach wenigen Minuten fragte der Bassist : „ Ist jemand mit dem Nahmen Joe hier ?“ Niemand antwortete, nur Fred blinzelte dem „Basser“ zu.
Dann ging im wahrsten Sinn des Wortes eine neue Sonne für Fred auf, sie explodierte förmlich vor ihm. Die Musiker spielten doch tatsächlich seinen Wunsch „ Hey Joe “ von Jimmy Hendriks aus den sechziger Jahren ......
Fred konnte sich kaum mehr rühren, denn die Musik fuhr dermassen ein, Fred war halb erstarrt. Diese Gitarrenläufe und dann das Basssolo.....
Fred war nicht mehr da, er war irgendwo, er realisierte seine Umgebung nicht mehr, es war da nur noch Hey Joe von Lam Morrision. Fred hätte auf der Stelle sterben können, das war das absolut grösste Musikerlebnis seines Lebens.
Nachdem die Band das Stück beendet hatte, applaudierte das ganze Publikum frenetisch, Fred riss es vom Stuhl hoch und er applaudierte stehend, bis ihm die Hände weh taten. Joe, Yin und Gong sahen natürlich, wie Fred diese Musik eingefahren war und sie begriffen ihn einfach. Weitere Superstücke folgten und sie warteten, bis diese Show zu ende war, sie wollten keinen Ton verpassen.

Leider hört halt alles einmal auf und so auch dieser super Liveauftritt. Somit war es auch für die vier Zeit und Fred bezahlte.
Nachdem sie wieder draussen auf der Seitenstrasse standen, wurden sie sich einig, dass es nun eigentlich für heute genug wäre und beschlossen ins Hotel zurück zu fahren. Für Fred war klar, er würde wieder kommen, das musste er nochmals haben und wenn er dafür auch extra nochmals hinfliegen müsste.

So ging’s wieder zurück mit dem Taxi und schon bald sassen sie noch zu einem Schlummertrunk an der Hotelbar. Die Zeit raste förmlich, denn es war schon morgens gegen halb drei.
Dies war ein Abend, wie auf einem andern Stern, dachte sich Fred. So was hatte er bis jetzt noch nicht erlebt. Fred wusste allerdings nicht, dass sich dies noch steigern liess.
Sie tranken schlussendlich aus und verabschiedeten sich Richtung Zimmer.

Am nächsten Morgen trafen sich die vier nicht beim Frühstück, so ging Fred mit Gong in ein anderes Restaurant, wo sie ausgiebig einen Brunch genossen.

Während des ausgiebigen Frühstück – Mittagessens fragte Fred: „ Musst Du eigentlich nicht auf die ATM Bank ?“ Gong schaute ihn ziemlich erstaunt an und sagte nur:“ aber nur, wenn Du mit mir kommst .“
So ging’s nach dem Bezahlen an der Kasse per Taxi zu der Bank, wo Gong ihren Eltern direkt Geld aufs Konto einzahlen konnte. Dies erfolgte über einen Automaten, in dem man das Geld einfach einlegte und es gezählt wurde. Nachdem man den Betrag bestätigt hatte, brauchte man nur noch die Kontonummer der Eltern einzutippen und ein paar Minuten später war das Geld auf dem Konto der Eltern verbucht. Nicht schlecht, staunte Fred, der dieses System bis jetzt nicht gekannt hatte.
Gong telefonierte kurz per Handy nach Hause, um mitzuteilen, dass sie wieder Geld geschickt hätte.
Fred machte dieser ganze Vorgang etwas nachdenklich und so gingen beide nun erst mal in ein Restaurant um etwas zu trinken.
Sie sassen an einem Tischchen und konnte die ganze Bucht mit ihren Aktivitäten überblicken.
Nach einiger Zeit kam Fred dann auf das Geld überweisen zu sprechen. Nach seinem Erlebnis, zwei Abende zuvor, ging er ganz behutsam vor und so erzählte ihm Gong mit Händen und Füssen und dem Bisschen Englisch, was sie sprach, ihre Geschichte. Warum sie an der Beerbar arbeitete, dass sie früher in Bankok in einem Laden gearbeitet hätte, aber zu wenig verdiente und somit auch nichts nach Hause schicken konnte.
Fred gingen nun ein paar Lichter auf und er verstand. Die Geschichte von Gong würde ihn noch länger beschäftigen.

Sie beschlossen ein Wenig an der Uferpromenade zu schlendern und machten sich auf.







 


Sie schlenderten nun Richtung Einkaufscenter, vorbei an den verschiedenen Shops entlang der Beachstrasse.
Fred wollte Gong etwas schenken, denn sie hatte ihr ganzes Geld nach Hause geschickt, das sie noch hatte und nach ihrem Telefonkauf noch übrig war.
So musste sie ja auch etwas für ihr Zimmer bezahlen, das sie mit noch 3 Freundinnen teilte. Hatte sie Mal keinen Kunden, musste sie ja auch für das Essen selber aufkommen.
Nur, die Familie ging vor und weil sie nicht mehr gestört werden wollte, mit diesen endlosen Geldforderungen, hat sie einfach noch das geschickt, was sie noch hatte. So meinte sie, dass sie nun wenigstens für den Moment Ruhe hätte.

Fred begriff so langsam, was hier ablief. Er würde es aber noch besser verstehen lernen.

So gingen sie zusammen wieder über die Strasse, auf die andere Seite und nach kurzer Zeit standen sie in einem klimatisierten Einkaufscenter. Von Kleidern, über Bücher, Leder, Stoffe, Schuhe, Stoffe, CD’s bis zu Restaurants und Kaffees, gab es alles hier.
Eine echte Augenweide ! Im obersten Stockwerk war sogar ein Kino.

Die beiden bummelten durch die Halle und die Gänge und schauten sich die Auslagen an und Fred überlegte sich immer, wie er Gong eine Freude machen könnte.
Irgendwo, im dritten Stockwerk sahen sie einen kleinen Shop, der wunderschöne Kleider ausgestellt hatte. Sie beschauten und begutachteten die Kleider und Fred sah den Augen von Gong an, was ihr gefiel. Gong sagte keinen Ton und äusserte auch keine Wünsche. So musste Fred ein Bisschen nachhelfen und Gong ermuntern, dass sie sich doch was aussuchen solle.
Gong schaute ihn mit ziemlich grossen Augen an, irgendwie fast ungläubig.
Aber Du hast mir doch erst gestern was gekauft ? Diese Augen, dachte Fred.....
Gong, ich sagte Dir doch, dass wenn Du glücklich bist, bin ich es auch, also such Dir was aus bitte.
Gong probierte verschiedene Stücke und Fred musste seinen Kommentar dazu abgeben. Es war Modeschau pur.
Nach längerem entschied sich Gong dann für ein zweiteiliges Etwas. Es war eigentlich ein langer Rock, mit einem engen Oberteil und einem Tuch über die Schultern. Es sah echt toll aus, wirklich was für den Abend.
Fred war überwältigt, als er seine kleine Gong in dieser Aufmachung sah.
Mein Gott, ist diese Frau schön, dachte Fred, dabei hatte Gong an diesem Vormittag sogar auf ihr Make-up verzichtet, weil dies Fred vor allem tagsüber nicht so mochte.

So bezahlte Fred bei einer überaus freundlichen Verkäuferin. Da macht sogar Bezahlen noch Spass, dachte Fred und sie gingen wieder aus dem Shop hinaus.
Draussen meinte Fred zu Gong, dass sie für dieses Outfit aber noch passende Schuhe bräuchte, die sie dann ein Stockwerk weiter unten auch fanden.
Schlussendlich landeten sie in einem Restaurant, denn Einkaufen macht ja bekanntlich hungrig.
Sie bestellten sich was Leckeres zu essen und Fred hatte irgendwie das Gefühl, dass Gong etwas bedrückte. Was bedrückt Dich Lovely, fragte Fred, Du bist so still ?
Warum hast Du mir nun wieder Kleider und Schuhe gekauft ? Du warst doch schon gestern mit mir einkaufen ? Gleich darauf folgte der Hammer, als Gong sagte :“ Du hast doch eine Frau zu Hause, warum beschenkst Du denn mich ?“
So ein Mist, dachte Fred, wäre ich nur nicht mit Gong in den Internetshop gegangen. Jetzt kam die Retourkutsche.
Fred wusste für einen längeren Moment wirklich nicht, was er nun antworten sollte. Zum Glück brachte die Kellnerin die bestellten Getränke und Fred hatte eine kleine Verschnauf-, oder Denkpausepause.

Nun hatte aber keine Chance mehr, sich vor einer Antwort zu drücken. Nur, wie erklärte Fred nun was er fühlte. Es war ein ziemlich schwieriges Unterfangen, zumal er für Gong mehr empfand, als er es nach so kurzer Zeit für möglich gehalten hätte.
Fred versuchte es und antwortete Gong, : weißt, hier fühle ich mich in einer ganz anderen Welt, in einer Welt die ich bis jetzt noch nicht gekannt habe.“
„ In dieser Welt bist Du die Hauptperson, um die es sich dreht für mich.“ „Natürlich gefällt mir auch Thailand sehr, zumindest, was ich bis jetzt davon gesehen habe, vielleicht sehe ich ja eines Tages noch mehr davon.“
„Aber Deine Frau, deine Familie“ , entgegnete Gong . „ Ja, ich weiss, das ist ein Problem, aber nicht nur für Dich, auch für mich und zwar ein sehr grosses .“
„Nur bin ich jetzt in dieser anderen Welt und bitte lass mir doch diese paar Tage, um mit Dir glücklich zu sein, ohne immer an meine andere Welt denken zu müssen.“
„Im Moment will ich nur Dich und mich spüren und niemand soll und dabei stören.“
Gong sagte nichts mehr, sie sah in nur mit ihren dunkeln, tiefgründigen Augen an. Fred wurde es ganz anders dabei und er war froh, als endlich dass Essen gebracht wurde.
Das Essen schmeckte ausgezeichnet und Gong merkte wohl, dass es wohl besser war, das Thema zu wechseln.
So erzahlte sie wieder ein weiteres Stück ihrer Lebensgeschichte und Fred folgte ihr aufmerksam und machte sich seine Gedanken. Da und dort eine kleine Zwischenfrage, worauf Gong locker und bereitwillig antwortete.
Irgendwann fragte Gong, woher denn Fred dies und das so alles wisse und nun musste wohl auch Fred etwas mehr Farbe bekennen.
So erzählte auch Fred, aus seinem früheren leben in Europa und von den Erlebnissen in Indien.
Sie merkten gar nicht, wie die Zeit verging, irgendwann kam wieder mal die Kellnerin und fragte, ob sie noch was wünschten, aber die beiden waren so vertieft, dass sie sogar zeitweilig vergessen hatten, zu essen. Beide mussten lachen und machten sich nun über das halbwarme Essen her.
Fred hätte mit Gong noch lange da sitzen und reden können, aber sie hatten ja am Abend wieder was abgemacht und so beschlossen sie, langsam wieder Richtung Hotel zu fahren, denn Duschen wollten sie ja auch noch.
So bezahlten sie bei der Kellnerin und machten sich auf ins Hotel.

Im Hotel angekommen, den Schlüssel gefasst und ab Richtung Zimmer.
Das obligate nachmittägliche Duschen verlief schon fast wie gewohnt, allerdings mit ein paar tiefgründigen Blicken von Gong, als sie mit der Seife am Werk war.
Fred meinte, dass sie ja noch den ganzen Abend und die Nacht vor sich hätten und Gong meinte nur verschmitzt, dass Fred einfach mit dem Alkohol ein Bisschen vorsichtig sein solle, ansonsten wohl die Nacht zu schnell vorbei sei.

Nach dem Duschen kam von Gong die Frage, ob sie denn das neue Kleid anziehen solle. Fred war begeistert von der Idee. Es sah echt toll aus und als Gong noch die Schuhe, die sie ein Bisschen grösser machten, angezogen hatte, war Gong eine andere Frau. Sie sah wunderbar verführerisch aus, sie hatte auch noch einen Hauch von Make-up aufgelegt und Fred war gespannt, wie dieses Aussehen wohl ankommen würde. Fred gefiel es auf jeden Fall und so zogen sie los um an der Hotelbar Joe und Yin zu treffen.
Den Leuten an der Bar fielen fast die Augen aus dem Kopf, als sie Gong sahen. Gong war ja mit Shorts und T-Shirt weggegangen, eigentlich wie immer, und nun sahen sie eine junge verführerische Dame vor sich. Man hätte das aufgeregte thailändische Diskutieren auf Tonbandgerät aufnehmen sollen, es war echt spassig. Jo sah Fred nur an und sagte nichts mehr, er hatte wohl das Gefühl, dass nun Fred zu spinnen anfing. So meinte es sicher zumindest Joe, während sich Yin an Gongs Aussehen und dem neuen Kleid freute.
Sie bestellten einen kleinen Drink zu Feier des Tages und machten sich anschliessend auf, zu Fred’s ungeliebten Beerbar. Es ging nicht um die Mädchen, die dort arbeiteten, sondern um die Art und Weise, wie die Mädchen genötigt wurden, ihre Freier an die Bar zu schleppen. Naja, sagte sich Fred, irgendwann hört auch dieses Problem auf und sie spazierten frohgelaunt zur Bar.
An der Bar angekommen, ein Riesenhallo und ziemlich erstaunte Blicke, wegen Gongs Aussehen. Selbst die Chefin der Bar war platt, ganz zu schweigen die andern Mädchen. Aus einem einfachen Mädchen vom Land wurde auf einmal eine junge Dame. Kleider machen eben Leute, dachte Fred, der sich zu diesem Anlass auch was „ anständigeres „ angezogen hatte.
Der Effekt mit diesem Kleid war wirklich gelungen. Ziemlich aufgeregtes Diskutieren der Mädchen und natürlich wieder die üblichen Ladydrinks und ein Bierchen für die zwei Männer.
Joe und Fred beratschlagten, was denn heute Abend so anstehen würde und dann fragten sie die zwei „Ladys“, ob es ihnen recht wäre, wenn man’s heute ein Bisschen beschaulicher angehen lassen würde. So beschlossen sie, wieder in ihr Stammrestaurant und nachher vielleicht wieder zur Karaoke zu gehen.

Die vier spazierten zu „ihrem“ Speiselokal. Sie stellten wieder 2 Tische zusammen, damit sie für den „Lao(s)food“ genügend Platz hatten und die Frauen bestellten wieder ihr Lieblingsessen, währen sich Joe und Fred ans Buffet wagten.
Das Essen war wieder einmalig und die Stimmung gut. Nach etwa einer Stunde ging’s weiter zur Karaoke und auch da wieder das grosse Erstaunen, wegen Gongs Outfit. Also Gong wieder Lieder bestellt hatte und zum Mikrofon griff, war der Auftritt ein völlig anderer.
Gong hat zwar wieder super gesungen, wieder einfühlsam, wieder ruhig, aber auch wieder richtig aufgedreht, einfach Klasse. Nur irgendwas war anders. Es war nicht mehr die gleiche Gong in diesen Kleidern. An den Abenden zuvor trug sie abwechselnd verschiedene Shorts und T-Shirts und nun dieses Kleid und die Schuhe, die sie etwas grösser scheinen liessen.
Sie hatte sich zu einem kleinen Bühnenstar gewandelt. Das Mädchen vom Norden Thailands erschien auf einmal in einem ganz anderen Licht.
Die Zuhörer hatten Gong wohl vorher auch anders eingeschätzt und nun mussten wohl alle ein Bisschen umdenken.
Kurzum, es war wieder ein wunderschöner Abend und Fred vergass Gongs Anspielung wegen dem Alkohol nicht. Es blieb bei einem Gin Tonic, später bestellte er nur noch Tonicwasser.
Sie gingen an diesem Abend früher ins Hotel zurück, Fred und Gong wollten mit sich alleine sein. So verbrachten sie einen gemütlichen Abend an der Hotelbar, wo Fred den Manager fragte, ob es ihm etwas ausmachen würde, wenn sie noch ein paar Spiesschen vom Grill an die Bar bringen würden. Der lachte nur und meinte:“ wenn Du für mich auch eins mitbringst, ist das kein Problem.“ So ging Fred noch zum Grill um für die guten Geister dieses Hotels, Gong und ihn eine reichliche Portion Spiesschen einzukaufen.
Als er an die Bar zurück kam und die Spiesschen auf einem Teller bereit gestellt waren, wo nun alle zugreifen konnte, startete eine kleine Party.
Die Stimmung war echt gut und irgendwie unbeeinflusst von andern Einflüssen.

Nach einer Weile fragte Fred Gong, ob sie nicht Lust hätte, auf eine Abkühlung im Swimming Pool. „Ja, aber das Badekleid ?“ Nun war ja nicht frühmorgens, wo alle schliefen, jetzt waren ja auch noch Gäste unterwegs und so begriff Fred natürlich die Bedenken von Gong.
„Kein Problem Gong, wir gehen eins kaufen“, meinte Fred. „Um diese Zeit ?“
entgegnete Gong. Fred hatte einen Shop weiter unten, an ihrer Strasse gesehen und meinte, dass man doch einen Versuch wagen könnte. Tatsächlich der Shop war noch offen und Gong suchte sich ein Bikini aus, nicht ohne Fred natürlich wieder darauf aufmerksam zu machen, dass er ihr heute ja schon ein Kleid und Schuhe gekauft hätte.
Fred entgegnete nichts mehr und dachte sich nur, „lass mir doch die Freude !“
Sie gingen wieder zurück ins Hotel, wo natürlich alle lachen mussten, über diesen Blitzentscheid und Blitzkauf.
So dehnte sich schlussendlich die Party auch in Richtung Pool aus und alle zusammen hatten Riesen Spass.
Gong sah in den Farben dieses Bikinis toll aus, es war ein echter Farbtupfer auf ihrer sonst makellos weissen Haut.
Zur vorgerückteren Stunde zogen sich die beiden dann aber ins Zimmer zurück.

Nochmals geduscht und ohne TV unter das grosse Bettlaken gehuscht, wo sich beide intensiv liebkosten. Es war viel vertrauter, wo in der Nacht vorher. Sie liebten einander und als sie wieder völlig erschöpft und ausser Atem da lagen, ging von beiden ein grosses Glücksgefühl und Zufriedenheit aus. So schliefen die beiden, ohne noch viele Worte zu verlieren ein.

Am nächsten Morgen wieder das obligate Treffen mit Yin und Joe und Fred meinte, dass sie zwei die letzten 2,3 Tage noch ein Bisschen alleine zusammen verbringen wollten, was Yin und Joe begriffen haben.

So verbrachten Gong und Fred die letzten Tage vor Fred’s Abreise alleine und sehr intensiv zusammen. Sie gingen an verschiedene Orte, denn Gong zeigte Fred die ihr bekannte Umgebung. Sie trafen sich nur noch jeweils an der Beerbar am Abend, um wieder diesen blöden Obulus abzuliefern.
Diese intensive Zeit zu zweit tat Fred’s Seele gut. Mehr und mehr dachte er daran, wie denn ein leben mit Gong zusammen verlaufen würde.
Sie sprachen auch über diese Spekulationen und machten insgeheim Pläne für eine mögliche Zukunft.
Nur relativierte sich alles immer wieder, wenn das Thema auf Fred’s Familie schwenkte.
Irgendwann war’s dann soweit. Der letzte Tag vor Fred’s Abreise brach an und die beiden Turteltauben bemühten sich redlich, dass auch an diesem Tag noch alles bei der guten Stimmung blieb. Irgendwie machte sich aber eine gewisse Bedrücktheit beiderseits breit und sie sprachen darüber.
Gong meinte, dass sie nun zuerst nach Hause zu ihrer Familie wolle, die Saison währe ja eh langsam vorbei und Fred musste sich mit dem Gedanken anfreunden, dass er nun wieder in seine andere Welt zurück musste.
So gingen sie noch in den Internetshop, wo Fred unter Yahoo für Gong eine Adresse eröffnete und erklärte Ihr das Mail-Schreiben.
Sie wollten auf jeden Fall per E-Mail und SMS in Kontakt bleiben.
Die letzten Stunden waren alles andere wie fröhlich und ausgelassen, eher bedrückt und traurig.
Fred hatte völlig verdrängt, dass es sich bei Gong um ein Mädchen von der Beerbar handelte. Sie war für ihn nur noch seine Gong.

Natürlich gingen sie auch an diesem Abend nochmals zur Karaoke.
Was da die Zuhörer von Gong zu hören bekamen, hat wohl nicht nur Fred die Tränen in die Augen gedrückt, es war anders in all den Abenden zuvor.
Verschwunden war der Schalk, das verschmitzte Lachen. Geblieben ist nur noch eine endlose Traurigkeit in den Liedern und Gongs dunkle traurige Augen. Gong sang sich ihren Kummer von der Seele.
Da halfen keine Blumen, keine aufmunternden Worte, seitens Joe. Der Abend war gelaufen, nichts ging mehr.
So zogen sich Gong und Fred zurück, um die letzten Stunden vor dem Abflug noch alleine zusammen zu sein.
Fred dachte schon an die Abschiedsszene, wenn er dann am Morgen gehen müsste.
Fred war durcheinander, Gong irgendwie aufgelöst und sie zogen sich aufs Hotelzimmer zurück. Die Mitarbeiterinnen merken sehr wohl, um was es da ging. Sie sagten kein Wort, solche Szenen kannten sie zur Genüge.
So sassen die zwei nun im Zimmer, der TV lief mit und es wollte irgendwie keine richtige Stimmung mehr aufkommen.
Sie nahmen sich einen Drink aus der Minibar und sassen eine Zeitlang schweigend da, bis Fred die Stille durchbrach.
„Gong, ich habe eine Bitte .“ Morgen früh, nach dem Frühstück möchte ich gerne, dass Du einfach aufstehst, ins Zimmer gehst, Deine Tasche packst und aus dem Hotel gehst.“ Ich weiss nicht, ob ich eine Abschiedsszene schaffe, ich glaub, mir drückt es das Herz ab !“
Doch Gong meinet, dass das nicht ginge, denn sie liebe doch Fred.
Fred entgegnete darauf : „ Gong, mach es uns doch nicht schwerer, als es schon ist.“ „ So ist es viel weniger ein Abschied, Du gehst einfach und so ist es, wie wenn Du jeden Moment wieder zurück kommen würdest.“ Gong, mir zerreisst es jetzt schon fast das Herz, wenn ich an morgen denke, bitte tue mir den Gefallen.“ Ich kann und will Dir nichts versprechen, wo ich möglicherweise nicht einhalten kann und drum macht es wohl kaum einen Sinn, wenn ich Dir irgendwas vor mache.“ Ich war offen und ehrlich zu Dir und Du auch zu mir, Du hast mir viel von Dir erzählt und ich glaube, Du hast auch verstanden, wo mein Problem liegt.“ „ Wir bleiben aber ganz sicher in Kontakt, wenn Du das willst, ich will auf jeden Fall.“
„Weil Du ja Dein letztes Geld Deinen Eltern geschickt hast, gebe ich Dir noch was, damit Du auch den guten VIP Bus nehmen kannst.“ Dabei stand Fred vom Bett auf entnahm seiner Börse noch etwas Geld und schob es Gong unter die Handtasche.
Fred setzte sich wieder auf’s Bett und Gong schmiegte sich ganz sanft an ihn.
Fred konnte nicht anders, er musste Gong einfach umarmen und sie an sich ziehen. So fielen sie umklammert in die Kissen zurück und liessen einander wie zwei Ertrinkende nicht mehr los. Gong drängte sich an Fred und es schien, dass sie mehr wollte. Fred war mit dieser Situation irgendwie überfordert, gab sich aber alle Mühe, es sich nicht anmerken zu lassen.
Gong drängte immer mehr und auch bei Fred rührte sich nun doch auch etwas.
Ohne sich aus ihrer Umarmung loszulassen liebten sie sich, wie wenn es das letzte Mal wäre und es ab dem nächsten Morgen alles für immer vorbei sein würde.

Sie verausgabten sich völlig uns lagen erschöpft nebeneinander, sich immer noch haltend. Diese Nacht konnten sie nicht einfach einschlafen. So stand Fred nochmals auf und brachte Gong was zu trinken ans Bett. Fred genemigte sich nun einen Wiskey, den er ex runterstürzte.

Sie konnten nicht einschlafen, aber irgendwann hatte der Sandmann dann doch ein Einsehen und zumindest Fred fiel in einen unruhigen Schlummer. Er träumte und er schlug wohl irgendwann wohl um sich. Gong erschrak natürlich und versuchte Fred aufzuwecken. Der wachte auch auf, war aber trotz der Klimaanlage schweissnass.
Er war froh, dass er Gong nicht mit seinen Rundumschlägen getroffen und möglicherweise noch verletzt hatte. Fred entschuldigte sich bei Gong für den Vorfall, stand auf und stellte sich nochmals unter die Dusche, die kalt eingestellt war. So bekam er langsam wieder etwas Klarheit in seinen Kopf. Er trocknete sich ab und legte sich wieder zu Gong ins Bett.
Sie liebkosten und streichelten einander wieder und schliefen schlussendlich beide endlich ein.

Am nächsten Morgen wurde nicht mehr viel gesprochen. Sie gingen zum Frühstück und irgendwann stand Gong wortlos auf und ging ins Zimmer, um zu packen.
So wortlos, wie sie aufgestanden war kam sie zurück und verabschiedete sich an der Reception, um anschliessend ohne nochmals ein Wort zu verlieren an Fred vorbei aus dem Hotel zu gehen.
Da sass nun Fred alleine am Tisch und dachte sich, dass er wohl den blödesten Vorschlag seines Lebens gemacht hätte. Gong war weg, einfach weg und Fred wusste, dass sie nicht einfach in Kürze zurück kommen würde.
So zerriss es Fred innerlich und der Urlaub lief wie ein Film vor ihm ab. Er sass da und weinte bitterlich.
Irgendwann kamen auch Yin und Joe an den Frühstückstisch und bemerkten dass Gong nicht mehr da war, sagten aber kein Wort, was für Fred besser war.
Fred musste nichts erklären, denn man sah ihm an, was in ihm ablief.

Glücklicherweise kam irgendwann das bestellte Taxi und Joe verabschiedete sich von Yin.
Auf dem Weg zum Flughafen sprachen die beiden Männer kaum mit einander, denn Fred war zu durcheinander.
Sie kamen auf dem Flugplatz an, checkten ein und schon bald ging’s Richtung Indien. Für Yoe war dieses Abenteuer nicht abgeschlossen, er beabsichtigte wieder zu kommen, wusste nur nicht wann.

Für Fred sah es so aus, dass er unfähig war, sich jetzt schon klare Gedanken zu machen.

Sie landeten in Indien fuhren mit einem Taxi vom Flugplatz nach Hause und machten ab, sich in den nächsten Tagen Mal zu treffen.
Fred brauchte nun erst mal Ruhe und eine Denkpause.

Die Ankunft zu Hause war eher unspektakulär, man freute sich einfach, dass Fred wieder da war, ob die Freude ehrlich gemeint war, weiss Fred bis heute nicht.

Die Begeisterung über die mitgebrachten Geschenke hielt sich in Grenzen und Fred fragte sich bereits nach ein paar Minuten, warum er eigentlich wieder zurück gekommen war.


Die Geschichte ist nicht zu Ende, eigentlich würde sie nun erst richtig anfangen.


Nun war Fred wieder „zu Hause“. War er das wirklich ? Es war eigentlich wie vorher, nichts hatte sich am Haus verändert, Tilini, seine Frau war noch da, auch die kleine Tochter, aber trotzdem, irgendetwas stimmte einfach nicht mehr. Sie waren einfach da, nicht mehr und nicht weniger.

Irgendwie konnte Fred seine Eindrücke dieses Moments nicht richtig einordnen, zudem hin war er müde von der Reise und es war ja auch schon nach Mitternacht.
So nahm Fred eine Tablette, die ihm einen tiefen Schlaf bescheren sollte und er verabschiedete sich ins Bett.
Unwirkliche Stimmung dachte er noch und verzog sich.

Seine Frau und seine kleine Tochter huschten auch wieder ins Bett und Fred wartete auf den Schlaf.
Der Sandmann hatte kein Einsehen mit ihm. Er wälzte sich hin und her, träumte halb, dann war er wieder hellwach und die verrücktesten Geschichten und Bilder quirlten durch seinen Kopf.

Naja, dachte sich Fred, irgendwann wirst Du wohl schlafen können, dies blieb aber ein Wunsch, der sich nicht einstellen wollte.
Am Morgen stand Fred wie gerädert auf. Er hatte Kopfschmerzen und war dieser Film, der in der Nacht vor ihm ablief, liess sich auch jetzt nicht einfach stoppen.
Nach ein paar Tassen Kaffee, setzte er sich an seinen Computer, um die Ferienbilder von der Kamera runter zu kopieren.

Er sass wie vom Blitz getroffen vor dem Bildschirm, als er die Bilder von Gong und den gemeinsamen Erlebnissen sah. Fred kopierte nur, um das Bearbeitungsprogramm schnellstens wieder zu verlassen.

Er wechselte ins E-Mail Programm und schaute sich die eingegangenen Mails der letzten Wochen durch. Sie waren eigentlich belanglos und er fragte sich zwangsläufig schon wieder, warum er eigentlich wieder nach Indien zurück gekommen war.
Er war halt wohl ein verantwortungsbewusster Mensch und so ist für ihn gar nichts Anderes übrig geblieben, als wieder zu seiner Frau und seinem Kind zurück zu kommen.
Nur, etwas stimmte nicht mehr mit Fred.

In Thailand hatte er zwischenmenschliche Dinge erlebt, die für ihn absolut neu waren. Irgendwie hatte ihn ein Virus erwischt.

Die ersten Tage vergingen und der Virus breitete sich zu einer Krankheit aus. Es war wie ein Wurm, der sich durch sein Gehirn und seine Gefühle frass.
Fred konnte auch kaum mehr Essen, es erfüllte ihn ein dumpfes, alles lähmendes Gefühl. Irgendwie musste er versuchen, aus diesem Teufelskreis raus zu kommen. Er telefonierte mit Joe und die beiden trafen sich kurze Zeit darauf, in ihrer Stammkneipe.

Nur Joe war für Fred auch keine Hilfe, denn er hatte ähnliche Probleme und wollte wieder weg, nach Thailand.
Fred brauchte aber mehr Zeit, denn für Ihn stand zu viel auf dem Spiel.

So machte er sich daran, um noch die letzten kleinen Retouchen und Aenderungen am Haus in Angriff zu nehmen, in der Hoffnung, dass er auf andere Gedanken käme.

Er konnte machen, was er wollte, auf einmal war es wieder da. „ at kaou hat lang !“ Es schien, wie wenn der Dolch auf einmal wieder in seiner Brust steckte. Er wusste nicht, wie ihm geschah, es war einfach wieder da und hörte nicht auf, weh zu tun.

Verdammt nochmals, was machst Du nun, fragte sich Fred.

Wieder einmal kam ihm der vermeintliche Zufall zu Hilfe. Er traf sich mit einem Thai, der mit einem Deutschen in der Nachbarschaft lebte. Eigentlich hatte Fred zu den beiden wenig Kontakt, er wusste auch nicht, was der Freund dieses Thai beruflich machte. Die beiden waren auch schon mal am Stammtisch, aber eigentlich war der Kontakt eher lose und man sprach eher über belanglose Dinge.
Nun sah aber die Sache anders aus, den Fred konnte immerhin etwas über Thailand erzählen.

So kamen sich dieser Thai und Fred tatsächlich näher und nach weiteren Treffen entwickelte sich so was wie eine Schicksalsgemeinschaft, wie sich noch zeigen sollte.

Nach und nach erzählten sich Fred und der Thai ihre Geschichte. Art, der Thai, erzählte, warum er in Indien gelandet war und Fred erzählte Art, was ihm in Thailand passiert war. Das anfängliche Misstrauen war nach einiger Zeit verschwunden und es entwickelte sich schon fast ein freundschaftliches Verhältnis.

Endlich klemmte sich Fred hinter die Tastatur seine Computers und versuchte Gong ein Mail zu schreiben.
Irgendwie war er ratlos, was er denn schreiben sollte. Er hörte in sich hinein und er war der Verzweiflung nahe, denn er wollte sich selbst seine Gefühle und somit die Wahrheit eingestehen. Was sollte er nur schreiben?
Zum grossen Glück hatte Fred mit Gong einen Internetshop gefunden, die auch einen Uebersetzungs Service von Deutsch auf Thai und umgekehrt anbot.
Das vereinfachte für Fred die Schreiberei ungemein.

Er blieb einfach bei der Wahrheit und hoffte, dass ihn Gong verstand.

Liebe Gong ......

Ich bin aber seit meinem Besuch in Thailand in Dich verliebt. Ich weiss auch nicht so genau warum. Waren es wohl die Songs im " Karaoke Restaurant ?"Ist es Deine Wärme, Deine Liebe, die ich spüre ? Ich weiss es nicht.
 
Ich spüre bei Dir etwas, was ich bis jetzt noch nie erlebt habe.
 
So steht für mich die Entscheidung fest ! Ich komme wieder nach Thailand, aber nur für Dich ! Ich will in Thailand keine andere Frau kennen lernen, ich habe Dich in meinem Herzen und ich liebe Dich. Ich werde Dich aber nicht an der Bar abholen !

Im Moment kann ich aber nicht sagen, wann das genau sein wird. Mit dem Haus geht es nicht weiter, wir haben ein paar kleine Probleme. Vielleicht muss ich noch nach Europa, bevor ich wieder kommen kann!
Gong, ich komme auf jeden Fall zu Dir, ich will mit Dir nach Nong Kai und ich möchte gerne sehen, wo Du lebst. Vielleicht können wir ja was zusammen starten, dass wir zusammenbleiben können und Du nicht mehr an die Bar musst.
 
Aber lass mir bitte Zeit und don't joke with me....... Ich kann das nicht ertragen und es macht mich unendlich traurig, wenn mich jemand anlügt, oder mich bescheissen will.
Wir haben nur eine Chance, wenn Du immer die Wahrheit sagst. Ich mache das ja auch.

So sage ich Dir nochmals, dass ich verheiratet bin. Kannst Du verstehen, dass diese Situation Zeit erfordert, um eine Lösung zu finden ?

So werde ich auch für meine kleine Familie aufkommen müssen !

So habe ich Dir die wichtigsten Dinge gesagt. Ich komme, wenn Du willst, nur kann ich noch nicht sagen , wann genau! Sicher aber vor July.

Ich werde Dir anrufen, oder ein SMS schreiben, wann ich genau kommen kann.
 
Ich vermisse Dich und liebe Dich. Du bist mein kleiner lieber Star !!!!

Ich kann nicht schlafen, ohne Dich an meiner Seite !
Es wird gut kommen, bitte bete bei Budda für uns, ich werde das Selbe bei Jesus tun.
 
Liebe Gong, ich vermisse Dich so ...... ich kann ohne Dich wirklich nicht leben !

Ohne Dich, lohnt es sich für mich nicht mehr zu leben.

Bitte gib mir baldmöglichst Antwort, ob Du mich wieder sehen willst.

Ich liebe Dich wirklich. It’s true !

Fred


Schweren Herzens schickte Fred das Mail ab. Würde Gong wohl antworten.

Nachdem zwei, drei Tage keine Antwort eintraf, machte sich Fred seine Gedanken. Vielleicht wollte Gong ihn gar nicht mehr sehen !

Er entschloss sich, Art anzurufen und ihn um Hilfe zu bitten. Zwar wollte Fred niemanden in seine Gefühle Einblick haben lassen, aber er wusste sich sonst keinen anderen Rat.
So rief er Art an und machte mit ihm ein Treffen aus. Er bewaffnete sich mit ein paar Snacks und einer Flasche Wiskey, kaufte noch Taxkarten fürs Telefon und fuhr mit seinem Motorrad zu Art nach Hause.

Er schilderte ihm seine Gefühle und hoffte, dass ihm sein Kumpel ein Bisschen helfen würde, die Thaimentalität zu verstehen.
Art versuchte Fred zu verstehen und sah seine aussichtslose Lage und drum willigte er ein, als Uebersetzer tätig zu werden.
Fred gab Art sein Telefon, wo natürlich die Nummer von Gong schon gespeichert war.
Art wählte die Nummer und Fred wurde zusehends nervöser. Hoffentlich war Gong zu erreichen !
Es läutete und läutete, aber niemand meldete sich.

Vielleicht versuchen wir’s später nochmals, meinte Art. Es ist ja möglich, dass Gong grad beschäftigt ist und nicht rangehen kann.

So schenkten sie sich einen Drink ein und knabberten ein paar Snacks.
Nach einem weiteren Drink entspanntes sich Fred etwas und meinte, dass es doch nun an der Zeit währe, nochmals einen versuch zu starten. So schnappte Art wieder das Handy und es erfolgte der nächste Versuch. Leider wieder Fehlanzeige !
Nach einer weiteren Stunde wieder ein Versuch. Endlich hatten sie Glück und Art hatte Gong am Telefon. Er musste Gong zuerst erklären, wer er sei und übergab dann an Fred, der ganz langsam versuchte, mit ein paar englischen Worten zu erklären, dass Art übersetzen würde.

So kam es, wie es kommen musste. Fred hörte lediglich Gongs Stimme, das reichte bereits. In ihm lief wieder ein Film ab und er sah die tiefgründigen Augen von Gong bildlich vor sich. Er musste sich zusammenreissen, damit die Gefühle nicht mit ihm durch gingen.
Fred fühlte sich schlagartig nach Thailand versetzt.

Art und Gong sprachen miteinander und Art versuchte Gong Fred’s Situation und seine Gefühle ihr gegenüber zu schildern und zu erklären.

Dies dauerte eine Weile und man konnte ein Missverständnis aufklären. Gong konnte nicht verstehen, warum Fred in ihr Heimatdorf fahren und auch ihre Familie besuchen wollte. Fred liess übersetzen, dass das ganz auf Gong ankäme und wenn sie das nicht wünschte, dann liessen sie es bleiben.

Wir können ja immer noch entscheiden, wenn ich wieder in Thailand bin.

Ich will auf jeden Fall kommen, meinte Fred.

So übergab dann Art dem Fred wieder sein Telefon und Fred ging damit ein Bisschen aus dem Haus. Er wollte mit Gong wenigstens ein paar Worte alleine sprechen. Fred spürte, dass Gong ganz ernst war, vielleicht ging nun für sie alles zu schnell, obwohl Fred ja Zeit brauchte, um mit der Situation umgehen zu können und zu einer Lösung zu kommen.

Eine Lösung sah Fred aber nicht, wenn er in Indien sass und zudem hin noch viel zu Wenig von Gong wusste.
Er musste einfach nochmals nach Thailand.

Fred war den Tränen nahe, alleine wegen der Stimme von Gong, er musste unbedingt dahin, koste es was es wolle.
Fred sagte zu Gong, dass er sie morgen wieder anrufen würde, was denn wohl die beste Zeit währe. So vereinbarten sie eine Zeit. Sie verabschiedeten sich und Fred gab auch nochmals das Telefon an Art zurück, damit er wirklich sicher war, dass Gong alles verstanden hatte. Ab diesem Moment zählte Fred die Stunden, bis er wieder anrufen konnte.

Fred hatte es auf einmal eilig ! Er trank aus, verabschiedete sich von Art, wobei er nochmals für den morgigen Tag abmachte, damit Art wieder übersetzen würde.
Ich fuhr nach Hause, schaltete seinen Computer ein, um die Sache wegen Europa zu klären. Wenn er nicht musste, würde er direkt nach Thailand fliegen. Die Antwort kam postwendend, denn dank der Zeitverschiebung hatte Fred
das Glück, die betreffenden Leute noch zu erreichen.

So sagte Fred seinen Europatrip ab, denn dies schien nicht mehr so wichtig. So wusste er also Bescheid und er fuhr umgehend mit seinem Bike ins Reisebüro, wo er ein Ticket nach Thailand bestellte und auch gleich bezahlte, nach dem man ihm versichert hatte, wann sein Flug gehen würde.

Als nun Fred am nächsten Tag wieder bei Art eintraf, war er schon sehr aufs heutige Telefongespräch gespannt, denn es lag ja nun ein Tag dazwischen, wo sich Gong sicher auch Verschiedenes überlegt hatte.

Bei einem Drink erzählte nun Art, zu Fred’s völligen Ueberraschung, dass er dringend nach Thailand müsse, wegen einer Familiensache.
Er wusste auch schon wann.
Fred sagte ihm dann, dass er sich vielleicht mit ihm treffen könne, sie würden auf jeden Fall telefonisch in Kontakt bleiben.
So reise Art bereits 2 Tage später ab, Fred hatte seinen Flug erst ein paar Tage später.
So vereinbarten die zwei noch, dass Art, wenn nötig auch in Thailand den Dolmetscher machen könnte.

Für Fred war das fast ein Bisschen viel, diese Warterei. So rief er Gong an und versuchte auch eine Brücke zu Art zu schlagen, was auch gelang. So telefonierten dann Gong und Art häufiger zusammen, wie sich später heraus stellte.

Irgendwann war dann auch Fred’s Reisetag gekommen.

... der Nachtrag

Dieser Nachtrag ist notwendig, um zu verstehen, warum die Geschichte nach dem 7. Teil abgeschlossen wurde.

Wie erwähnt ist bewusster Art schon vor Fred geflogen und hat auch Gong getroffen. Gong hat dann Art erzählt, dass da inzwischen noch ein Deutscher aufgetaucht sei, der sie heiraten möchte.

Als nun Fred nach in Bangkok landete, holte Gong und Art Ihn zusammen auf dem Flughafen ab. Irgendetwas stimmte nicht mehr, es wollte einfach keine Stimmung aufkommen.
Plötzlich standen auch ein Onkel und sonst noch ein Verwandter bei den dreien. Sie wollten von Gong Geld, das sie natürlich von Fred erwarteten, weil sie offensichtlich wussten, dass Fred für Gong Geld bereithielt.
Fred gab Gong ein Couvert mit 10'000 Bath, das postwendend den Besitzer wechselte. Die Verwandten hatten nun das Gefühl, dass Fred nun mit Gong und Art zusammen, mit ihnen nach Hause fahren würden.

Fred passte erstens dieser Ueberfall nicht und zweitens liess er in dieser Situation ungern über sich bestimmen. Fred war sauer, schon fast böse.
So sagte er nur, dass er nun ins Hotel fahren möchte und später entscheiden wolle, ob sie zusammen die Familie besuchen würden.

Die Familie wurde tatsächlich ein paar Tage später besucht. Dies war mit einer 10-stündigen Busfahrt verbunden. Am Ziel angekommen, wurde erst mal ein Hotel für alle 3 gesucht und kurz darauf folgte der Besuch bei der Familie.
Zum Glück war Art als Dolmetscher dabei.

So war Fred ziemlich erstaunt, wie viele Verwandte nun auf einmal auftauchten, um Fred zu begutachten. Fred meine nur mal so beiläufig zu Art, dass es nun wohl zu Verhandlungen kommen werde, was kurze zeit später auch begann. Man führte doch mit Fred tatsächlich ein Verkaufsgespräch. So zumindest ist sich Fred in dieser Situation vorgekommen. Man wollte ausloten, was Fred denn so bereit war, für Gong hinzublättern.

Fred war ein Bisschen überrascht, zumal er wusste, dass es bei einer Heirat üblich war, ein Brautgeld zu entrichten. Dies bestand normalerweise aus einem Geldbetrag, der sich auch nach dem Rang und Ansehen der Familie richtete. Natürlich war dann jeweils auch Gold mit im Spiel.

Nur von heiraten hatte bis zu diesem Zeitpunkt niemand gesprochen.

Was Fred einfach feststellte war das, dass die Familie finanziell unter Druck stand und der Vater kandidierte für ein politisches Amt und er brauchte Geld, um Stimmen zu kaufen.

Diese übertrieben freundliche Schleimigkeit hat es Fred nicht gerade angetan und er meinte, dass er sich das erst mal überlegen müsste.
Fred trug Art auf, der Familie freundlich, aber bestimmt beizubringen, dass sie nun gehen müssten.
Sie verabschiedeten sich und für Fred war der Tag gelaufen. Man wollte eigentlich noch zusammen an ein Fest gehen, aber Fred wollte sich nicht als vermeindlichen Kandidaten vorführen lassen.
Fred meinte aber, dass Art und Gong ja gehen könnten, wenn’s ihnen Spass macht und Fred ging ins Hotel zurück.

Er wusste bis zu diesem Zeitpunkt immer noch nichts von diesem Deutschen.

Irgendwann später, so um 21.00 Uhr sind die 2 dann auch ins Hotel gekommen und man ist was essen gegangen und hat sich anschliessend noch in eine Karaokebar gewagt. Gong hat nicht mehr wie früher gesungen, alles war anders.

Am nächsten Morgen wurde beratschlagt, dass man wohl besser wieder nach Pattaya zurück fährt. Um diesen Stress mit dem Bus zu vermeiden hat Fred einen Van mit Karaokeanlage gemietet und los ging’s. Auf dem Rückweg wurde nicht viel gesprochen und irgendwann spät in der Nacht, wurde Art in Bangkok ausgeladen, weil er noch eine Schwester besuchen wollte.

Irgendwann nach Mitternacht kamen die 2 dann im Hotel an.

Auf der langen Fahrt wurde noch drüber gesprochen, dass Gong ja gar keinen Pass hätte und so war es eigentlich beschlossene Sache, dass man am nächsten Morgen für Gong einen Pass organisieren wollte. Art wäre behilflich gewesen, weil er sich in Bangkok bestens auskennt.

Der nächste Morgen kam und Gongs Telefon läutete. Der Grund des Anrufes waren weitere Geldforderungen der Familie.
Fred stand vom Frühstückstisch auf, ging an den Geldautomaten der Bank und holte weitere 10'000 Bath, die er Gong wortlos auf den Tisch legte und er ging sich im Zimmer wieder umziehen. Vom normalen Strassenanzug wieder in Beachkleider umgestylt ging er wieder zu Frühstückstisch. Fred meinte, dass sich nun das mit dem Pass ja wohl erledigt hätte.

Der nächste Tag kam und wieder läutete das Telefon. Diesmal war es die Schwester. Ihrem Mann sei ein Unfall passiert und er liege im Spital. Sie bräuchte dringend Geld. Gong hatte angefangen zu weinen und die Schwester angeschrien. Fred konnte sich nur so ungefähr vorstellen, um was es ging.

Fred sagte eine Weile nichts, er sagte einfach nichts mehr. Er stand nur auf, nahm Gong an der Hand, ging zur Reception, bestellte für Gong ein anderes Zimmer, das er natürlich auf seine Rechnung schreiben liess und sagte nur noch zu Gong, dass sie in diesem Zimmer wohnen könne, bis sie den Mann ihrer Schwester im Spital besuchen ginge.
Dann gab ihr Fred noch 2000 Bath für die Reise und sagte zu Gong, dass sie doch bitte Ihre Sachen ins andere Zimmer bringen solle.
Dann sagte Fred noch zur Receptionistin, dass er natürlich auch für’s Essen aufkommen würde, das Gong noch brauchen würde.

Gong räumte das Feld in einer Ruhe, die schon fast unheimlich war.

Fred blieb in seinem Zimmer und hintersinnte sich fast, was da wohl geschehen sei. Des Rätsels Lösung kam durch einen Anruf von Art. Art gab ziemlich kleinlaut zu, dass er gewusst hätte, dass da noch ein Deutscher sei. Er hätte Gong immer gedrängt, mir das schon am Telefon zu sagen, aber sie sei sich eben mit dem Deutschen nicht sicher gewesen.

Aha, dachte Fred, die zwei also unter einer Decke. Diese Erkenntnis hat Fred nicht gerade erheitert, zumal in dieser unnötige Trip eine ziemliche Stange Geld gekostet hat.

Irgendwann hat es bei Fred an der Zimmertüre geklopft. Gong stand Tränen überströmt vor dem Zimmer. Natürlich liess sie Fred nicht so im Gang draussen stehen. Sie kam also ins Zimmer rein und erzählte Fred, was da vorgefallen sei.

Für Fred war aber der Film gerissen und es gab für ihn keine Umkehr mehr.

Er verabschiedete sich per Händedruck von Gong und sie ging. Sie ging einfach, wie sie bei seinem letzten Besuch aus dem Hotel gegangen war.

Irgendwann später, nach etwa 3 Tagen bekam Fred nochmals einen Telefonanruf von Gong, wo sie sich nochmals entschuldigte.
Sie sei jetzt in Bangkok und würde in einer Fabrik arbeiten gehen.

.... und Fred schickte nochmals Geld, dass sie ihr Zimmer bezahlen konnte.

Irgendwann später hat Fred erfahren, dass Gong nun in Deutschland lebt, halt eben mit diesem Deutschen, der wohl ein Bisschen mehr mit dem Bankbuch gewedelt hatte.

Ich möchte noch erwähnen, dass diese Geschichte frei erfunden ist, allerdings durch meine Reisen nach Thailand inspiriert wurde.