Dezember 2017

10.12.2017

Es ist wieder Dezember, wie schon 2016 und die Jahre davor. Es ist Morgens um 3:20 Uhr und ich kann wieder Mal nicht schlafen, denn zu viel spukt in meinem Kopf rum und will einfach keine Ruhe geben.

Viel, was sich in meiner Vergangenheit abgespielt hat, habe ich im Verlaufe des vergangenen Jahres bereits erzählt, ganz einfach darum, weil es mich genervt und belastet hat.

Es ist aber immer noch so, dass mir die Weihnachtszeit einfach nicht gefällt
und wenn ich mich zurück erinnere, eigentlich nie gefallen hat. Glücklicherweise feiern die Einheimischen Weihnachten nicht so heftig wir in Europa, was mir sehr entgegen kommt. Trotz Allem sind auch hier diese untrüglichen Anzeichen mitzuerleben, wie in Europa. Auch hier brummt das Geschäft und auch hier bereitet man sich auf Weihnachten vor. Offenbar bin ich aber der Einzige, der so eine leise Wehmut packt und der noch eine Spur nachdenklicher wird, wie er sonst schon ist.


Ganz klar, wäre ich auch dieses Jahr wieder am Liebsten in einem anderen Land, einfach weit weg von hier.

 

Für viele Touristen ist Sri Lanka das gelobte Land, für einige sogar das Paradies und ich will weg hier.

 

Die Meisten kommen in ihren Ferien hierher und fliegen dann, nach zwei, oder drei Wochen wieder zurück, in ihre Heimat.
Ich bin dann allerdings immer noch da und auch noch da, wenn die Touristen dann wieder kommen, wenn es ihnen zu kalt ist in Ihrer Heimat und Ihren Urlaub und die Festtage lieber an der Wärme verbringen, anstelle Glühwein, Raclette, Fondue und Maronis zu geniessen und mit ihren Skiern, die verscheiten Berghänge runterzuwedeln.

Ich muss ganz offen sagen, dass ich genau das eigentlich vermisse. Die vier Jahreszeiten, die sich abwechseln, die Natur, die sich verändert. Was ich hingegen gar nicht vermisse, das sind die Winterkleider, die man in der kalten Jahreszeit anziehen muss, weil man sonst frieren würde. Ich fröstle hier, wenn die Temperaturen auf um die 24° sinken, was durchaus Mal passieren kann. Du muss dann sogar ich ein Shirt und lange Hosen anziehen, dass es mir noch wohl ist.

Für Weihnachten ist noch gar nichts geplant. Wir werden es ruhig angehen lassen und uns ein paar stressfreie Tage gönnen. So ganz ohne Weihnachts- und Einkaufsstress.

Ich werde dieses Jahr nicht mehr auf Festtagswünsche aus Europa warten
und werde auch nur noch Wenige nach Europa und die Schweiz verschicken.

Ich habe nach Langem, endlich wieder mal gekocht. Zu viele Lebensumstände, Diskussionen und Begebenheiten, haben dazu geführt, dass mir sogar das Kochen verleidet ist. Es wäre mir keine Sekunde in den Sinn gekommen, wieder mal einkaufen zu gehen, um genüsslich und ausgiebig zu kochen und Saucen wirklich lange köcheln zu lassen. Ich meine, das ist ein gutes Zeichen, wieder mal gekocht zu haben.

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Und so habe ich wieder mal eine Hauseigene Currysauce, stundenlang köcheln lassen, bevor dann die Geschnetzelte Chickenbrust in der Sauce gebadet und gegart wurde.

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Das ist richtiger Kartoffelstock, wie wir in der Schweiz sagen. Nicht zu vergleichen, mit Kartoffelstampf. In meeinem Kartoffelstock, der aus Nuwara Elia Kartoffeln besteht, hat es Butter und Milch drin. Das macht ihn richtig cremig und schmatzig.

Die Fleichküchlein hätte ich mir sparen können und das Fleisch gleich den Hunden verfüttern. Ich hatte bei xxxxxx, in der Metzgerei, Gehacktes gekauft. Dieses Gehackte wurde aus Fleisch gemacht, das niemals abgehangen war, bevor es eingefrohren wurde. So musste ich wieder Mal feststellen, dass die Fachleute hier nicht abgehangenes Fleich, direkt einfrieren, was bedeutet, dass die ganzen Eiweisse und das Blut nicht aus dem Fleisch raus ist und drum einfach schlecht schmeckt. Die Jungs in der Metzgerei, lassen dann dieses Fleisch den Fleischwolf runter, um es zu verkaufen.

Mich lachen ja alle aus, wenn ich zu Strassenmetzger, oder direkt zum Schlachter gehe und dann das Fleisch selber abhangen lasse.

Das Frischfleisch aus den Supermärkten, ist oft auch mehrfach aufgetaut und wieder eingefrohren worden.
So bin ich also wieder Mal auf die Nase gefallen ..... es wird mir sicher für eine Weile nicht mehr passieren. .....  Ich werde wieder meine Messer schleifen. Hab's halt wieder mal versucht gehabt ......

12.12.2017

Wenn es mal anfängt, hört es meistens fast nicht mehr auf .....

Gestern Action wegen meiner Bankkarten, heute ging die Post wegen meinen Pillen ab.
Ich hole die monatliche Ration Pillen immer in dem Spital, wo auch meine Doctoren zu finden sind, denn dort gibt es auch gleich eine Pharmacie.
Es passiert öfters, dass nicht alle Pillen, die im Rezept stehen, auch vorrätig sind. So hatte ich schon oft Diskussionen deswegen, denn die netten Damen, hinter dem Panzerglas, meinen dann jeweils, dass ich die Fehlenden Pillen ja Morgen holen könnte. Nur .... wer bezahlt den Tuk Tuk?
Natürlich sind es keine enormen Beträge, aber es geht einfach um's Prinzip.
Meine Beharrlichkeit kann sprichwörtlich sein und so haben sich die netten Damen, hinter dem Panzerglas inzwischen daran gewöhnt, dass Sie aufpassen müssen, was sie da tun. Vor Allem geht es ja auch um die Bestellerei. Ich brauche jeden Monat die selben Tabletten und so ist es eigentlich keine Hexerei, da ja die jeweilige Rechnung, über Computer geschrieben und ausgedruckt wird. Die Damen wissen also ganz genau, was sie an Lager haben.
So passiert es manchmal auch, dass mir die nette Dame dann erklärt, es hätte anstatt 30 Tabletten, nur noch 26 an Lager, aber ich könnte die fehlenden 4 ja irgendwann mal noch holen kommen. Natürlich mit dem Rezept, wie es sich gehört. So müsste ich dann das Rezept mit mir rumtragen, dass falls ich mal in die Nähe des Spitals komme, die 4 fehlenden Pillen abholen kann.

Heute hatten wir allerdings etwas absolut Neues am Pillenschalter. Ich muss zugeben, dass ich die Lieferung auch noch überfolgen habe, aber den Fehler erst zu Hause festgestellt habe, nachdem ich meine Pillen verräumt hatte.

In der Apotheke läuft es ja so, dass die Frau am Schalter die Bestellung am Comuter erfasst und kassiert. Dann wird die Rechnung ausgedruckt und die geht zur Rüsterin. Von dort aus zu der Dame, die die Pillen anschreibt und verpackt, um sie schlussendlich der Kontrolleurin zu überreichen, die sie dann, nach erfolgter Kontrolle, an mich weiter gibt.

Dann kippt der Suddha die Pillen wieder aus und kontrolliert nochmals, aber natürlich nicht die Stückzahl der einzelnen Pillen.

So kam es, wie es wohl kommen musste. Bei einer Position waren 60 Tabletten in der Plastiktüte, aber nur 30 auf der Rechnung, was auch richtig war. In der Tüte hätten also 30 und nicht 60 sein sollen. Was tun ?
Die Tabletten hatten einen Wert von 528 LKR.

Ich habe die Tabletten zurückgebracht, was meine Frau zu einer Schimpftirade
animierte. Hast auch ausgerechnet, was der Tuk Tuk kostet .... der TukTuk Fahrer wird Freude haben ....
Yes yes und die Damen in der Apotheke werden Freude haben, weil sonst ihr Lagerbestand nicht mehr stimmt und ich werde Freude haben, weil die Frauen in der Apotheke Freude haben und auch der Tuk Tuk Fahrer Freude hat. So habe ich nicht nur mich happy gemacht, sondern den TukTuk Fahrer und die etwa sieben Ladys in der Pharmacie und dies alles für 300 LKR Fahrkosten, was 2 USD sind.

Natürlich wollte das meine liebe Sinhalesin nicht gelten lassen und pfutterte weiter, bis ich sie fragte, wieviel Taschengeld Sie denn von mir monatlich bekäme ..... und dann war Ruhe !

So ein kleiner Fehler kann so viele Menschen happy machen .... und so wissen wir nun endlich, weshalb die Menschen hier alle so happy sind.

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14.12.2017

 

Es war wieder Mal so weit, ich durfte mit meiner Frau, auf die immigration.
Es ist die dritte Immigrationsstelle, die ich in Sri Lanka erlebe, seit ich ein Visa brauche. Es ist auch die modernste, weil sie auch neu ist.

gallery/immigration

Das Gebäude im Vordergrund ist das Parkhaus, das zur Immigration und zum Department of Registration gehört.
Ich muss dem Architekten ein Kränzchen winden, denn es ist alles gut angeschrieben und wir hätten den richtigen Weg sogar gefunden, wenn wir Seitlich, den Haupteingang des Gebäudes genutzt hätten. Wir sind aber auf der Seite des Parkhauses in den Komplex rein, vorbei an kleinen Dienstleistern, wie Copyshop, Restaurant usw. ....

Das Restaurant besteht aus verschiedenen Anbietern, so kann man sri lankisch essen, oder sich einen Burger, oder eine Pizza reinziehen.

Wie man sieht, hat es auch um's Gebäude rum mehr Platz und es erdrückt einem nicht fast, wie in der früheren Immigrationsstelle, die offenbar nur ein Provisorium war.
Kommt man jetzt am richtigen Ort rein, hat es einen grossen Wegweiser, der anzeigt, in welchem Stockwerk was zu finden ist. Anstelle der 2 früheren Aufzüge, haben wir deren 6 gefunden und 6 weitere, die aber offenbar noch nicht im Betrieb sind.
Auf jeden Fall gab es weder Staus, noch Wartezeiten vor den Aufzügen, es ging zügig vorwärts.

Neu ist nun auch, dass wenn man im 4. Stockwerk aussteigt, man dann einen Dongel ziehen muss, der dann aufgerufen wird, wenn man zum entsprechenden Officer rein darf, der den Pass, das Foto, die Passkopien und das Antragsformular kontrolliert.
Anschliessend heisst es warten, in einem extra Warteraum, bis die Nummer auferufen wird, die man gelöst hat.. Offenbar kommt's ein Bisschen drauf an, was man benötigt, denn eine Visaverlängerung geht nicht gleich lang, wie eine Verlängerung des Residentvisas. Schön wäre es , wenn man das im Voraus wüsste, damit man sich anders organisieren könnte. So könnte man die Wartezeit nutzen, um vielleicht einkaufen, oder was ansehen zu gehen.

Dafür muss allerdings die Verkehrssituation bessern und das wird wohl erst der Fall sein, wenn mehrere Autobahnzubringer in die Hauptstadt führen werden.

Der Verkehr war wieder irre und selbst auf der Autobahn, wo man bezahlen muss, hat es jetzt mehr Fahrzeuge. Allerdings staut sich der dann ab der Höhe Wattala, was zu "stop and go" führt und das dauerte an diesem Morgen mehr wie eine Stunde.

Stau soweit das Auge reicht und der stop and go ist echt nichts für schwache Magennerven.

Mir wars auf jeden Fall schlecht und ich war heilfroh, dass ich aussteigen konnte.

 

Zurück zur Warterei, auf's Visa. Ich hörte, dass es jetzt echt schnell gehen soll, bis man das Visa hat; so um die 2 Stunden. Bei uns hat es 3 Stunden gedauert. Ich muss aber sagen dass das Visa nun sogar über mein Foto verfügt und es wird in Farbe, auf eine Ettikete ausgedruckt und mit einem Sicherheitszeichen versehen. Dieser Kleber wird dann in den Pass reingeklebt.

Früher waren das alles nur Stempel, wo von Hand die Nummern und Daten eingetragen wurden. Heute läuft alles über ein Computersystem. 

Eines möchte ich aber echt hervor heben. Es hat endlich genügend Platz und man steht sich nicht gegenseitig auf den Füssen rum. Das Gedrücke und Gewusel gehört der Vergangenheit an.

Im Grunde genommen, wollten wir für Shanika noch in einen Bookshop, um ein Buch für die Schule zu kaufen. Durch den irren Verkehr bedingt, meinte der Taxifahrer, dass wir da locker nochmals mit 2 Stunden stop and go rechnen müssten und so sind wir so direkt, wie es halt eben ging, wieder zurück auf die Autobahn und so schnell wie möglich zurück nach Negombo. Auf den letzten 2 Kilometern haben wir dann bei einem Chickengrill angehalten und dort noch ein Grillhuhn gekauft, der sich leider als etwas trockener Gummiadler rausgestellt hat. Der war auf jeden Fall so gut durch, dass keine einzige Salmonelle überlebt hatte.

Zu Hause angekommen, war es 16:00 Uhr. Abfahrt am Morgen, war 08:45 .
Eine reife Leistung .... 7 Stunden 45 Minuten, für 44 Kilometer pro Weg und eine ganze Visaverlängerung.
Mein Frau muss überigens immer noch schriftlich bestätigen, dass wir glücklich zusammenleben, sonst wird das Visa nicht verlängert.
Wenn mich meine Frau also los werden will, braucht Sie einfach nicht zu unterschreiben und dann kann ich gehen und wenn ich nicht gehe und werde erwischt, werde ich ausgeschafft.

.... und wie es die Geschichte so will, hat meine Frau wieder unterschrieben .... und ich werde wohl noch etwas bleiben müssen, denn einer sollte ja schliesslich die Ausbildung für's Kind und den Lebensunterhalt finanzieren .....

Ich gebe ganz ehrlich zu, dass mich dieses System, nach so langen Jahren, mehr wie nervt. Es geht mir auf den Wecker !
In der Schweiz bekommt man die Niederlassung "B", sobald man mit einem Schweizer verheiratet ist und nach 5 Jahren, gibt es dann die Niederlassung C, mit der man praktisch die selben Rechte und Pflichten hat, wie ein Einheimischer.
Wo ich vor rund 18 Jahren, mein erstes 1-jähriges Residentvisum bekommen habe, hiess es, dass ich nachher 2 Mal ein 2-jähriges bekomme, dann ein 5-jähriges und dann die Doppelbürgerschaft. Auf das 5 jährige warte ich nun schon seit ein paar Jahren ..... es bleibt beim 2-jährigen.
Im Grunde genommen stört es mich nicht weiter, denn ich komme sonst mit meinem Schweizer Pass ganz gut zurecht.
Was mich hingegen stört, dass ich im März schon wieder nach Colombo muss. Da führe ich dann auf der Botschaft vor, dass ich noch am Leben bin. Leider kann man das bis jetzt noch nicht wirklich anders lösen.

Wenn ich mit dem Formular zur Gemeinde gehe, dass sie mir bitte bestätigen solle, dass ich noch lebe, dann schauen die mich sehr erstaunt an. Zudemhin ist ja das Formular nicht in Sinhalesisch ausgefertigt. So fahre ich besser auf die Botschaft, nach Colombo und die netten Angestellten dort, leiten das ausgefüllte Formular dann direkt weiter, an die Schweizer Behörde.
In der Heimat sind die schlauen Köpfe aber langsam so weit, dass es irgendwann mal eine Elektronische ID ( Identität )gibt und dann kann ich mich vielleicht von zu Hause aus ausweisen und möglicherweise kann ich dann als Auslandschweizer auch wieder ein Bankkonto in der Heimat bekommen. Das geht seit einigen Jahren nicht mehr und so müssen die Auslandschweizer mit einer Adresse in der Schweiz bescheissen, oder schummeln. Ansonsten gibt uns keine Bank, selbst die Postbank KEIN Konto mehr in der Heimat. Besonders überzeugend ist die Massnahme bei Schweizer Bürgern, die Ihre Rente auf dieses Bankkonto bekommen, denn da muss man natürlich speziell kontrollieren und sicher sein, dass es sich nicht um Schwarzgeld handelt, das man waschen will.
Ich hatte früher mein Einkommen und dann später meine Rente auf dem Konto und dieses Konto wurde aufgelöst, respektive es wurden einfach Horrorgebühren von 30 Franken pro MONAT verlangt, dass es jedem abgestellt hat und das Konto von sich aus aufgelöst hat.
Wollte man nun ein neues Konto eröffnen, würden weiterhin höhere Gebühren anfallen, wie beim Inlandschweizer. Dies mit der selben Begründung, des Verdachts auf Geldwäsche.
Im Weiteren werden wir wie Ausländer behandelt und so gilt für uns das Bankgeheimnis nicht mehr, wie für die Inlandschweizer. Unsere Bankdaten würden frei gegeben, wie zB. bei den Deutschen, die Jahrzehnte lang, ich Schwarzgeld in der Schweiz gehortet haben. 

Nun wieder zurück nach Sri Lanka .....

20.12.2017

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern frohe Festtage und einen guten Rutsch in's 2018 ....