Mein Leben in Negombo-Sri Lanka

Dezember 2016

Gedanken, am 18.12.2016

Ich habe, seit ich meine frühere Homepage vom Netz genommen habe,
meine Gedanken, die ich mir jeweils so mache, nicht mehr ins Internet gestellt.

Seit ein paar Tagen, gibt es aber eine neue Homepage, die ich komplett neu aufbaue.

Mein Hoster, der früheren Homepage, hat meine Domain, also die Adresse, meiner Homepage, schön gehütet, denn die wollte ich auf keinen Fall verlieren. Ich weiss natürlich, dass es bereits welche gegeben hat, die darauf spekulliert haben, unter dem Namen www.negombo.org, weiter zu fahren, weil diese Adresse unter google zumindest auf der ersten Seite zu finden war, wenn man nach Negombo gesucht hat.

Durch meine 2 jährige Pause, wo ich zwar die Domain bezahlt, aber nichts mehr im Internet veröffentlicht habe, ist Negombo.org in Googles Nirwana verschwunden und es wird wieder viel Aufwand bedeuten, wieder auf die erste Seite zu kommen.

Hinter dem ganzen Vorgehen, steht natürlich ein gewisser Vorsatz.

Ich habe nun nochmals alte Mails und Veröffentlichungen in verschiedenen Foren gelesen. Die Reaktion auf diese Veröffentlichungen, liessen nicht auf sich warten.
So wurde keine Möglichkeit ausgelassen, sich möglichst hinten rum, auch in sozialen Medien, schlecht über mich zu äussern. Dies notabene von Leuten, denen man so was niemals zutrauen würde. Ich bereue es zutiefst, dass ich solche Leute sogar bei mir zu Hause bewirtet habe.

Im Grunde genommen war das schon fast Rufmord.

Ein Freund fragte mich, der schon immer in der früheren Homepage zu Gast war:“ Willst Du Dir das wirklich wieder antun?“

Ja ich will ! Weil ich diesen dummen Labberis keine Chance geben will.

In anderen Worten : "Ich bin wieder da!“
 

19.12.2016

Es geht aufwärts. Meine Stammwirtin hat bei einem Lieferanten, eine Art Schinkenwurst gefunden, die wir in den letzten Tagen schon mal getestet und gestern nun richtig verkostet haben. Das ist ja schon richtig "Western Style", was uns vorgesetzt wurde.

 

 

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Meine Gedanken 20.12.2016

Ich kaue seit Langem daran rum und frage mich, weshalb es mir hier in Sri Lanka, speziell in Negombo, nicht wirklich wohl ist und gefällt.

Natürlich kann man über Gründe spekulieren, aber es ist wohl besser, wenn ich mich selber beobachte, in welchen Lebenssituationen und unter welchen Umständen, ich hier eher betrübt bin und wann ich ein Grinsen im Gesicht habe und zufrieden bin.

Leserinnen und Leser, meines früheren Blogs wissen, dass ich einige Male in Thailand war, wenn ich es hier nicht mehr ausgehalten habe und mir die sprichwörtliche Decke auf den Kopf gefallen ist.
Dieses Hochgefühl, das ich in Thailand hatte, ist schwierig zu beschreiben, nur ist klar, dass ich mich in Thailand viel besser gefühlt hatte, wie hier in Sri Lanka.

Ich dachte lange Zeit, dass ich mir das einbilde, merke nun aber, seit ich auch bereits drei Mal in den Phillipinen war, dass mich auch in den Phillipinen, ein ähnliches Gefühl übermannt, das ich schon von Thailand her kenne und dies, obwohl zwischen Thailand und den Phillipinen einige Unterschiede zu beobachten sind.

In den Phillipinen komme ich mit meinem Englisch weiter, wie in Thailand und auch wie in meiner Wahlheimat Sri Lanka.
Westliches Essen ist weiter verbreitet, wie in Sri Lanka und Thailand und dies erst noch in guter Qualität.

Ich erinnere mich, dass es mir jedes Mal furchtbar gegen den Strich ging, wenn ich wieder zurück musste, nach Sri Lanka, die Heimat meiner Ehefrau.

Ich habe gar nicht gemerkt, wie ich mich mehr und mehr zurückgezogen habe, zu Hause geblieben bin und mich gar nicht mehr darum gekümmert habe, dass sich mein Umfeld weiter entwickelt und vor Allem wie.

Natürlich bin ich zB. Einkaufen gegangen. Dies aber auch nur soweit es eben nötig war und natürlich habe ich mir mein Feierabendbier gegönnt, dies aber immer am selben Ort, im Bierpub in meiner Nähe.

Mein Reich aber, ist im Grunde genommen ein ca. vier Quadratmeter grosses Zimmerchen, das ich grosszügig Büröli nenne und das eine Tür nach draussen und eine Türe in Richtung Wohnzimmer hat.
Da ich gerne etwas Luft um mich rumhabe, sind beide Türen immer offen und so habe ich eigentlich keinen Rückzugsort, ausser ich gehe schlafen.
Immer ist irgendwas los. Es läutet am Einfahrtstor jemand und will was, dauernd ruft jemand an; seine Ruhe haben, geht anders. Natürlich habe ich mich auch in diese Situation selber gebracht, denn meine Frau belegt 2 Räume, weil Sie ja ursprünglich mal Sarees und Anderes nähen wollte, um damit auch noch etwas Geld zu verdienen.
Von da her, ist das Haus ideal, denn auch meine Frau hat eine eigene Einganstüre, zu Ihrem Geschäftsbereich, der allerdings in den vergangenen 12 Jahren nicht viel mehr, ausser 4 Hemden, für einen Ingenieur hevorgebracht hat.
Es gab da noch eine Sri Lankan, die vom Ausland zurückgekommen ist und meinte, meine Frau mit Aufträgen, wo sie den Stoff selber mitgebracht hatte, füllen zu müssen. Diese Aufträge durften nichts kosten, haben aber dank Spezialwünsche, sehr viel Arbeit, dafür kaum Einkommen generiert. Der Verdienst, hatte die Zurückgekommene in der Tasche.

Der Aufwand war auf jeden Fall so gross und der Verdienst so klein, dass ich die Housemaid, die natürlich nötig wurde, selber bezahlen musste, denn der Verdienst vom Nähen, hat nicht für den Lohn der Housemaid gereicht.

Langer Rede kurzer Sinn : Meine Frau belegt die Räume immer noch und ich hocke auch immer noch in meinen vier Quadratmetern, wo ich keine Ruhe habe.

Mit grosser Wahrscheinlichkeit, wird das auch nicht ändern, zumindest so lange nicht, bis ich hier ausgezogen und gegangen bin.

Es gibt aber tatsächlich auch noch Erfreuliches zu berichten und dies wohl deshalb, weil meine Tochter Weihnachtsferien hat und Sie mich hin und wieder aus dem Haus und somit aus meinem Büröli ( Büröli = kleines Büro )entführt.

Sie hätte beim Vorbeifahren eine „Swiss Bakery“ gesehen und da müssten wir unbedingt mal vorbei und da einen Kaffee trinken.

Dies haben wir nun in die Tat umgesetzt und wir sind da hin gefahren.

Die Swiss Bakery liegt auf der anderen Strassenseite des riesengrossen Heritage Hotels, dem früheren Browns Beach. Es wurde komplett neu gebaut und dürfte das grösste Hotel am Platz sein.

Diese Swiss Bakery ist aus dem Hotel ausgelagert und eigentlich ist es ein Café, wo man feinen Kaffee und verschiedenes Gebäck, Torten und Kuchen, Croissants und Brot bekommen kann.

Gleich eine Türe weiter, gibt es eine Tapas und Weinbar samt Restaurant.

Ich habe nicht schlecht gestaunt !

So gibt es sogar eine Speisen- und Getränkekarte und so haben wir uns draussen hingesetzt, einen Cappuchino, einen Eistee, ein paar Croissants, mit Butter und Marmelade bestellt.
In der Auslage waren auch verschiedene Brote, die ich gleich einpacken liess, nachdem ich mich versichert hatte, dass die von heute Morgen sind.

Diese Brote werde ich mir zu Gemüte führen und testen, ob es sich überhaupt noch lohnt, selber Brot zu backen.

Natürlich waren die Croissants nicht mit meinen Buttergipfeli, aus der Schweiz zu vergleichen, aber die sri lankischen Croissants waren gut, auch wenn sie leicht süss sind.
Die Portionenbutter und die Marmelade haben natürlich zum allgemeinen Wohlbefinden beigetragen.
Der Kaffee war in Ordnung, allerdings hatte ich schon besseren genossen.

Als wir fertig waren, habe ich bezahlt und wir sind noch in‘s Mad Dog rüber, um eine Pizza zu teilen und noch ein Wasser zu trinken.
Die Mad Dog‘s Bodega ist im Grunde genommen einer Tapas Bar nachempfunden. Nur verstehe ich unter Tapas kleine Leckereien, die man zum Wein geniesst.
Im Mad Dog‘s gibt es auch Leckereien, nur sind die nicht so klein, wie in Spanien. Ich werde mich das nächste Mal echt überraschen lassen, wenn wir hier lebenden Schweizer uns da mal treffen werden.

Sowohl im Swiss Café, wie im Bad Dog‘s, war der Service ausgezeichnet. Die Leute verstehen Ihren Job und geben sich auch Mühe. Im Bad Dog‘s wird in einer offenen Küche gekocht und so kann jeder zusehen, wie seine Speise zubereitet wird.
Das ist für mich absolutes Vertrauen, „bescheissen“ geht so kaum mehr.

Auf jeden Fall bin ich ziemlich nachdenklich geworden, denn dieser Besuch, hat in mir was ausgelöst, was ich von Thailand und den Phillipinen her kenne.
Ich bin in Sri Lanka bis heute, nur in ganz wenigen Ausnahmen, so zuvorkommend und professionell bedient worden, wie in diesen beiden Locations, heute Morgen.
Die ganze Belegschaft, war ohne Ausnahme freundlich und hilfsbereit, halt eben professionell.

Nachdenklich auch deshalb, weil es offenbar doch geht, was ich so lange bemängelt habe. Ich bin ja weiss Gott nicht pingelig, aber was sich hier so einige Gastronomen bieten und sich erlauben, ist unter jeder Würde.

Schlechtes Essen, zu einem absolut überhöhten Preis, dafür unterirdischer Service, mit unfreundlichem Personal.

Das Swiss Café und die Mad Dog‘s Bodega führen nun schon Mal vor,
wie es sein muss und ich bin froh, dass ich für solche Erlebnisse nicht mehr extra in die Hauptstadt fahren muss. Der Fortschritt ist nun auch in Negombo angekommen.

Bis sich das bei den Gastronomen allerdings rumgesprochen hat, wie man mit der Kundschaft umgehen soll und was man dem Kunden bietet, das wird wohl noch eine ganze Weile dauern.
Wenn man schon so hohe Preise verlangen will, dann muss wenigstens der Service und die Qualität stimmen.

Ich bin richtig happy, heute einen Betrieb gefunden zu haben, wo der Szene zeigt, wo der Hammer hängt, oder wo er zu hangen hat.
 

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... Der Innenbereich verfügt über Klimaanlage ....

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Brotauswahl

Hier kann man nicht kalorienbewusst sein

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Mad Dog's Bodega

Im ersten Stock ... schönes Ambiente .... und Balkon zum draussen sitzen.

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4-Cheese Pizza, mit dünnem Boden ... aus dem Steinofen ... ein Traum

Fairerweise muss man sagen, dass die Swissbakery nicht's mit der Schweiz zu tun hat.

25.12.2016

 

Gestern Nacht war Mitternachtsmesse, bis morgens um ca. 2 Uhr. Natürlich mussten die neuen Hornlautsprecher, die man auf dem Glockenturm montiert hatte, schon bereits von 6 bis 8 dröhnen lassen, um dann um 11 Uhr wieder los zuquäken. Die mussten die neuen Lautsprecher ja gebührend testen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Der rechte Lautsprecher ist voll in unser und in die Häuser der Nachbarn gerichtet und so ist wärend so einer Messe nicht mal Fernsehen möglich.

Der Hintergrund, dieser ganzen Aktion ist der, dass die Muslime, in unserem Quartier aufgerüstet haben.

So wurde aus einem Einfamilienhaus eine Moschee, natürlich mit Aussenlautsprechern, die bereits um 5 Uhr Morgens erschallen und den Muezzin verstärken, wenn er sein Morgengebet singt. 

Die Antwort der Katholiken, 10 Metern neben den Muslimen folgte mit leichter Zeitverzögerung und sieht nun aus, wie auf nachfolgendem Bild.

Man hat die Kirche auf einen Schlag, von etwa 12 Fuss, auf 30 Fuss erhöht. Die oberen Rundbogenfenster sind neu
aufgesetzt worden. So sieht man etwa die Grössenverhältnisse. Früher waren nur die eckigen Fenster im Erdgeschoss.
Natürlich wurde die Kirche mit Statuen verziert und alles so beleuchtet, dass man die Kirche auch nachts gut finden kann.

gallery/kirche

Gestern war nun also Mitternachtsmesse und der ganze Platz war bis zur Strasse hin voll. Also volle Action.

So wird das nun weitergehen, im Wettrüsten um die Gläubigen.

 

Fairerweise muss aber gesagt werden, dass die Muslime immer gleich vorgehen. Sie nisten sich in ein Quartier ein und wenn es ein Haus zu kaufen gibt, kaufen sie es. Irgendwann ist dann auch ein katholisches Wohngebiet infliltriert und man baut eine Moschee. Dies natürlich ohne Baubewilligung, denn man hat ja nur ein Einfamilienhaus erweitert.

Dies hier war vor 12 Jahren, wo wir hergezogen sind, ein katholisches Gebiet, heute sind in unserer Gemeinde 46% Muslime.
Es war eine ruhige Wohngegend, heute haben wir Morgen- und Feierabendverkehr in unserem ruhigen katholischen Wohngebiet.

In ganz Sri Lanka, haben sich die Muslime in den letzten 12 Jahren, von 3% auf 10% vermehrt. Die Katholiken bleiben bei etwa 3% stabil.

Für Stimmung sorgen solche Aktionen natürlich in beiden Lagern, wobei ganz vergessen wird, dass ja auch noch Buddhisten und Hinduisten dieses Land Bevölkern. Die Buddhisten sind nach wie vor die Mehrheit, gefolgt von den Hinduisten.

 

 

 

 

Noch eine Anmerkung : 

Ich bin noch von keinem Muslimen angelogen, oder beschissen worden. Von Katholiken und Buddhisten hingegen schon.

 


 

Fröhliche Weihnachten .....

Jahresrückblick 2016, oder Rückblende

Als letzte grössere Aktion, konnte ich dieses Jahr, wieder mit einer Homepage , samt Blog beginnen.

Ich freue mich, dass es nun, mit Netzone in der Schweiz und dessen Support, wieder möglich ist.
So kann ich wieder „zu Papier bringen“, oder ins Netz stellen, was mich hier in Sri Lanka beschäftigt, mich freut, oder mich auf die Palme bringt.

Wie immer, wenn Weihnachten ist, sinkt meine Stimmung. Ich weiss nicht genau, weshalb das so ist.
So haben wir dieses Jahr „nur“ ein Bäumchen im Garten dekoriert und mit elektrischen Lämpchen ausgestattet.
Ein spezielles Weihnachtsessen gab es auch nicht, weil sich die Damen nicht darauf einigen konnten, was wir den essen könnten und so hat jeder gegessen, was sie/er wollte.

Mir wurden von der Gattin, so lieblos zubereitete Piccata, ohne Beilagen vor den Latz geknallt und das war‘s dann.

Ich wäre lieber in Thailand, oder den Phillipinen gewesen.

Zum Glück sind diese so heiligen Feiertage vorbei und selbst die Kirche ist verstummt.

Ich bin froh !

Mit der eigenen Familie geht es seinen gewohnten Gang, also nichts Besonderes. Die Familie meiner Frau hat, wie jedes Jahr angerufen und haben „merry Christmas“ gewünscht. Das lernen sie jeweils vorher, was sie auf Englisch sagen müssen. Mehr liegt dann allerdings nicht drin, da ich ja kein Sinhalesisch beherrsche.
Die Nichten und Neffen, die haben sich per Internet gemeldet, was mich sehr gefreut hat, denn die haben inzwischen eingesehen, dass ohne Englisch gar nichts geht, schon gar nicht, wenn man in Middle East arbeiten will.

Was ich jedes Jahr ein Bisschen weniger vermisse, das sind die Wünsche aus der Schweiz, von meinen Kindern und auch meinen Schwestern.
Mein Vater lebt in Deutschland, aber wir sprechen seit einiger Zeit nicht mehr zusammen, denn ich möchte nicht wieder angelogen werden.

Irgendwie hat man mir wohl nie verziehen, dass ich mit meiner Frau in deren Heimat ausgewandert bin. Es war wohl schon schwierig zu verstehen, dass ich eine „Ausländerin“ und dann erst noch eine Schokoladebraune „Ausländerin“ geheiratet habe. Offenbar war man schon vor unserer Hochzeit geteilter Meinung.

Mit der konnte man ja nicht mal anständig sprechen, obwohl sie nebst Tamil, Sinhale, Englisch und Hindi, auch noch Deutsch gebüffelt hatte. Allerdings nicht Schwiizertütsch, sondern Hochdeutsch.

Natürlich ist es für Kinder nie ganz so einfach, eine Scheidung zu verkraften und es kommt halt schon sehr drauf an, wie die Mutter der Kinder, ihre Sicht der Dinge schildert, um sich in ein möglichst gutes Licht zu rücken.

Dumm ist nur, dass Lügen kurze Beine haben und früher, oder auch ein Bisschen später, kommt alles ans Licht.

Mein Leben hier hat sich nicht gross verändert.

Was mich besonders freut, das sind neue Café‘s die nun aufgegangen sind, wo man echt einen guten Kaffee bekommt und ein schönes Stück Kuchen. Selbst Brot kann ich inzwischen hier kaufen, das eher europäisch ist. Am Besten beherrschen sie hier das French Bread. Ein gutes dunkles, mache ich aber nach wie vor selber.

Wie man in meiner Homepage ja sehen kann, mache ich inzwischen, nebst einer guten Bratwurst, auch noch Fleischkäse.

Ich stelle aber fest, dass ich hier einfach nicht angekommen bin. In all den 13 Jahren, die ich hier erlebt habe, bin ich eher distanzierter geworden.

Das ist ganz sicher nicht die Schuld meiner Frau, die immer mehr Deutsch und Englisch verliert, es ist auch nicht die Schuld des Landes und schon gar nicht der Regierung.

Es ist ganz alleine meine Schuld !

Ich habe eine Sinhalesin geheiratet, mit der es in der Schweiz noch ganz passabel gelaufen ist, die sich aber im laufe der Zeit, in Ihrer Heimat, für mein Empfinden, sehr verändert hat.

Ich sehe das auch an den Reaktionen innerhalb ihrer Familie, die oft erstaunt sind, über die Reaktionen und Aktionen meiner Frau.

Ich realisiere das täglich mehr dass es nicht mehr so ist, wie es mal war.

Nur kann ich nicht einfach einen Schlussstrich ziehen, oder eine grosse Änderung einläuten, denn ich habe eine Tochter, für die ich mich verantwortlich fühle, auch wenn ich ohne eigentliche Absicht zu Ihr gekommen bin.

Diesbezüglich sind viele Sri Lankans noch nicht in diesem Jahrhundert angekommen.
Es wird geheiratet und dann bekommt man Kinder, damit man sozial auch abgesichert ist.

Natürlich war das in meiner Heimat vor 50 Jahren auch noch üblich, aber ich musste mich zuerst daran gewöhnen, dass man einfach mit der Pille aufhört, ohne das vorher mit dem Partner zu besprechen.

… und so habe ich eine Tochter, die nicht nur meine Tochter ist, sondern die im Grunde genommen, immer mehr zu meinem Kumpel und Freund wird.
Wir ticken in vielen Dingen gleich, was hingegen bei Ihrer Mutter auf gar keine Gegenliebe stösst.

Ganz klar ist, dass es zwischen Tochter und Mutter Unterschiede gibt und es scheint manchmal so, dass unsere Tochter fast verzweifelt, wenn Ihre Mutter was nicht verstehen will, oder kann.

Verstehen können ist bei Computerdingen, oder den neuen Smartphones so eine Sache, während verstehen wollen eher dann zum Tragen kommt, wenn es um einen möglichen Schulfreund geht.
Ist dann der Freund nicht mal ein Sinhalese, dann wird es bitter. Es könnte wohl aber noch schlimmer kommen, wäre der Freund denn ein Tamile.

Darin sehe ich, dass die Sinhalesen wohl noch Jahrzehnte brauchen werden, bis dieser ethnische Konflikt in ein friedliches Zusammenleben umgewandelt ist und ihr Denken diesbezüglich in eine andere Richtung gelenkt wurde.
Bemühungen seitens der Regierung, den Konflikt auch in den Köpfen der Menschen hier zu beseitigen, halten sich in sehr engen Grenzen. Von wirklich demokratischem Denken, sind die Sri Lankans noch ziemlich weit entfernt. Nur wer soll es Ihnen denn verdenken, denn auch in einer direkten Demokratie, wie der Schweiz, gibt es Fremdenfeindlichkeit, den Röstigraben und den Kantönligeist.

…. und so besprechen Vater und Tochter sehr oft, die wichtigen Dinge des Lebens, bei einem guten Capuccino, in einem der neuen Café‘s, oder wir gehen auch mal Essen, wenn wir wieder ein vielversprechendes Restaurant
entdeckt haben.

Ich habe heute die Zeit, mich endlich mal richtig, um ein Kind zu kümmern.

Dies ging nicht, als ich dazu verdonnert war, bis zu 16 Std. täglich zu arbeiten. Nur …. verstanden hat das dazumal natürlich niemand, dass so eine Familie eben auch Geld kostet und dass es nicht einfach ist, das Geld auch zu verdienen, schon gar nicht als selbständiger Alleinverdiener.

Trotzdem stimmt es mich traurig, wenn ich nun begreife, was mir im Grunde genommen so alles entgangen ist und auf was ich alles verzichtet habe und auf was meine Kinder verzichten mussten.

… und so lese ich in den Schweizer Tageszeitungen, dass es heute noch schlimmer ist und bald keine Familie mehr über die Runden kommt, wenn nicht Vater und Mutter arbeiten gehen.

…. und ich lese davon, dass es immer mehr Menschen in der Schweiz gibt, die zu wenig zum Leben haben und vom Sozialamt und der Caritas und anderen Sozialwerken abhängig sind.

Ich weiss dann wenigstens wieder, dass es nicht so falsch war, in ein asiatisches 3-Weltland auszuwandern, wo wir mit einem Bruchteil des Geldes, über die Runden kommen.

Ich kann es mir hier leisten, für meine Tochter da zu sein, wenn Sie mich braucht.

Irgendwann wird Sie mit der Schule fertig sein und vielleicht wird noch eine weiterführende Ausbildung machen, aber irgendwann wird Sie hier ausziehen und spätestens dann, braucht mich dann offenbar ja niemand mehr. Dann werde ich vielleicht nochmals durchstarten können, um in einem anderen Land meinen Lebensabend zu verbringen.

In einem Land, wo ich mich auf westliches Essen freuen kann und wo ich mit den Menschen auch Englisch reden kann. Mit Menschen die nicht gespielt freundlich sind, weil sie nur Dein Bestes wollen, nämlich Dein Geld.
Menschen, denen Du auch was bedeutest, wenn sie von Dir kein Geld, oder andere Dinge erwarten können. Menschen, die Dich mögen, einfach weil es Dich, in Deiner Art gibt.

Wenn es dann soweit ist, muss ich mich hier dann auf unserer Botschaft abmelden und im neuen Land, wieder auf der Botschaft anmelden, denn die Heimat will ja wissen, wo die Auslandschweizer sind, denen man eine Rente schickt. Da muss natürlich alles unter Kontrolle sein und so haben wir Auslandschweizer auch Pflichten, nicht nur Rechte, wie man im neuen Auslandschweizer Gesetz nachlesen kann.

Dieses Gesetz schützt uns aber nicht von der Bankenwillkür, dass wir Auslandschweizerinnen und -Schweizer völlig überhöhte Bankspesen bezahlen müssen, die man mit der Weissgeldstrategie entschuldigt.
Ich verstehe das natürlich, dass man die Rente, die auf das Konto fliesst, speziell kontrollieren muss, denn sie stammt ja vom Staat, der eine solche Ungerechtigkeit toleriert. Eine Ungerechtigkeit ist es, weil wir Auslandschweizer, als Ausländer angesehen werden und drum mehr bezahlen müssen, wie die Inlandschweizer.

So freue ich mich auf‘s neue Jahr, wohl wissend, dass sich wieder nichts wesentliches ändern wird und ich weiterhin in meinem Büröli sitzen werde weiter aus meinem Leben berichten werde und hin und wieder auch mal ein Bild, oder einen kleinen Movie in meine Homepage, oder ins Facebook reinstellen kann.

Ich werde auch im neuen Jahr die Hoffnung nicht aufgeben, noch irgendwo den Hafen zu finden, wo ich mein Schiff endgültig vertäuen, oder anbinden kann.

Ich hoffe, dass es nicht Sri Lanka sein wird, nur weil ich wieder wegen irgend was, oder jemandem muss.